Das Kammerorchester Basel eröffnet mit Beethoven die Saison
Taub, abgeschnitten von der Welt, allein. Und doch hat er eine ungeheuer kraftvolle, sogar heitere Musik geschrieben: Beethoven. Inspirationsquelle!
Georg Friedrich Haas, Meister der mikrotonalen Musik und Beethovenfan, macht sich Gedanken darüber, was in Beethovens Kopf vorgegangen sein könnte: der Tinnitus, das Rauschen des Blutes, die fratzenhaften Zerrbilder von Melodien, dem Gehirn vorgegaukelt von einem abgestorbenen Gehör, das Pochen, Klopfen und Dröhnen. Doch tief im Inneren eines unbeugsamen Geistes entsteht eines der erstaunlichsten OEuvres der Musikgeschichte. An diesen beiden Polen entzündet sich Haas‘ Fantasie: da ist die Fragilität der Kunst und da ist die Bedrohung von aussen.
Und das meint Haas durchaus auch konkret:
«Ich verstehe diesen Tinnitus als Symbol für das, was gerade in der Welt geschieht: die wachsende Unmenschlichkeit, die Hilflosigkeit angesichts der Veränderungen, die Verhöhnung der Vernunft, das Abtöten von Solidarität…».
Aber letztlich ist das nur die eine Seite. Auf der anderen stehen eine der heitersten Kompositionen Beethovens, die Pastorale, und die beiden reizenden Violinromanzen – Zeugnisse der ungeheuren Kraft der Musik.
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Mit
Sylvain Cambreling, Leitung
Carolin Widmann, Violine
Lorelei Dowling, Kontraforte
Praktische Informationen
- Weitere Informationen auf der Website des Kammerorchester Basel: www.kammerorchesterbasel.ch
Foto: Lukasz-Rajchert
































