Enis Maci enwirft in ihrem neuen Stück Bataillon eine postapokalyptische Zukunftsvision, deren einzelne Geschichten kunstvoll miteinander verwoben sind.
Mit einem Panorama von ausschließlich weiblichen Stimmen, die dem antiken Mythos ebenso entspringen wie unserer aktuellen Lebenswelt, entwickelt die Schriftstellerin Enis Maci einen Gegenentwurf zur vorrangig männlichen Geschichtsschreibung.

Ein Hochhaus steht verloren im Niemandsland, Flechten wuchern an den Betonkanten des Gebäudes, in dessen Innerem eine ganze Welt zusammenkommt: Im Keller sitzen Weberinnen und arbeiten an Tarnumhängen aus Kartoffelsäcken, Lumpen, Fischernetzen für einen Krieg, der viele Schauplätze hat: den Balkankrieg etwa, den Krieg in Syrien oder auch den Körper der Frau. Im Friseursalon ein paar Stockwerke höher schäumt Monica Lewinsky einer Fremden, die bald hier einziehen wird, den Kopf ein.
Ada Lovelace, die britische Mathematikerin, die als erste Programmiererin bezeichnet wurde, kommt vorbei, Elisabeth Mann Borgese, aber auch Penelope, die Frau des berühmten Odysseus‘. Eine Greisin putzt ihr Gewehr. Zwei Kühlschränke kommunizieren miteinander. Die Ränder der Gegenstände verformen sich. Da sind Erinnerungen – wem gehören sie?

Die Regisseurin Marie Bues setzt mit dieser Arbeit ihre konsequente Beschäftigung mit Gegenwartsdramatik nach Inszenierungen u. a. in Basel, Stuttgart und München fort. Seit 2013 leitet sie gemeinsam mit Martina Grohmann das Theater Rampe in Stuttgart.
Enis Maci, geboren 1993 in Gelsenkirchen, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. In den Jahren 2018 und 2019 wurde sie vom Magazin Theater Heute zur Nachwuchsdramatikerin ernannt.
BESETZUNG
Regie Marie Bues
Bühne & Kostüme Heike Mondschein
Musik Christine Hasler
Licht Björn Klaassen
Dramaturgie Anna-Sophia Güther
Mit Sophie Arbeiter, Annemarie Brüntjen, Johanna Eiworth, Otiti Engelhardt und Carina Thurner
PRAKTISCHE INFORMATIONEN
- Uraufführung I Auftragswerk I Premiere 2019 / 2020
- Kurzeinführung 30 Min. vor Vorstellungsbeginn
- Weitere Informationen auf der Website des Nationaltheater Mannheim: www.nationaltheater-mannheim.de
Foto: Christian Kleiner































