Madame hat den Dreh raus!
Werfen wir uns mal so richtig in Schale um eine Sängerin zu erleben, die so prickelnd wie gut gekühlter Champagner ist. Ah, welch ein Genuss!
Betritt sie einen Raum fängt der Boden an zu rauchen. Neonlampen verwandeln sich in Kronleuchter, der Glamour der 20er und 30er Jahre zieht sich einen Frack an und führt sie auf die Bühne: Alice Francis. Jede Locke sitzt an ihrem Platz und ihr Selbstbewusstsein bekommt einen schnieken Hut aufgesetzt. Dazu ein pfiffiger Swing, ein anzüglicher Ton, ein elektrisierendes Parfum und schon liegt ihr der ganze Saal zu Füßen. Mit ihren Bandkollegen Mr. Goldielocks und Sir Chul-Min Yoo scheint sie durch die Zeit zu reisen und mal an jede Tür anzuklopfen. So finden sich Einflüsse des Hip-Hop, Rap und Pop in ihrer Musik wieder. Das Meer auf dem sie allerdings schreitet ist ein jazziger Neo-Charleston. Die flotten Töne, Instrumente und ein Grammofon werden zeitgemäß aufgemischt; so zusagen wie ein antikes Möbelstück neu poliert… Seit 2012 lädt sie nun schon zu musikalischen Bootpartys ein und sorgt dafür, dass die Wellen hochschlagen. Mit ihrem Song Shoot him down gelang der koketten Rumänin der Durchbruch. Trifft sie damit unsere Nostalgie-Vene? Diejenige, die von seidenen Handschuhen, galanten Herren und Zylindern träumen? Ja, allerdings. Und mal ehrlich, was daran ist so verkehrt?! (J.L.)
Foto © Lennart Brede































