Tief in die Romantik taucht das Philharmonische Orchester der Stadt Trier zum letzten Sinfoniekonzert der Spielzeit ein. Mit den Wesendonck-Liedern Richard Wagners, die Janja Vuletic singen wird, und Anton Bruckners „Romantischer“ 4. Sinfonie dirigiert GMD Jochem Hochstenbach zum sinfonischen Abschluss der Saison zwei herausragende Kompositionen deutscher Musikgeschichte. Das 8. Sinfoniekonzert findet ausnahmsweise am Samstag, 13. Juni um 19:30 Uhr in St. Maximin statt.
Richard Wagner hielt das Kapitel der Sinfonien nach Beethovens monumentaler Neunter für endgültig abgeschlossen. Anton Bruckner als glühender Wagnerianer hielt dennoch dagegen und nahm ebendiese Sinfonie als Ausgangspunkt für seine ganz eigene, unverwechselbare Symphonik – aber ohne das Vokalfinale. Den Einfluss Wagners auf Bruckner zeigt sich vor allem in den riesigen Spannungsbögen des reifen Bruckners. Wagner hingegen verfolgte den Weg des Musiktheaters weiter und bereitete in den Wesendonck-Liedern emotional und kompositorisch „Tristan und Isolde“ vor. In diesem kompositorischen Spannungsfeld bewegt sich das 8. Sinfoniekonzert und lässt es dank der besonderen Akustik in St. Maximin hör- und fast greifbar werden. Zum Abschluss der Spielzeit dringt GMD Jochem Hochstenbach noch einmal tief ins Herz der deutschen Romantik vor.
Sehnsucht und Entsagung, unerfüllte Liebe und Tod als Erlösung prägen Richard Wagners Ideenwelt und auch seine zugänglichen Wesendonck-Lieder. Anders als in seinen monumentalen Opern, dichtete er hier die Texte nicht selbst, sondern griff auf die Vorlagen seiner damaligen Muse Mathilde Wesendonck zurück. Nach ihrer Trennung befand sich Wagner in der richtigen Stimmung, sein Hauptwerk „Tristan und Isolde“ anzugehen. Zwei der fünf Lieder deuten bereits auf ein Vorspiel und eine Szene der Oper voraus. Ursprünglich von Wagner nur als Klavierlieder vertont, orchestrierte Wagner eines und Wagner-Dirigent Felix Mottl die restlichen vier Lieder, jene Version, die nun im Konzert von Janja Vuletic zu hören sein werden.
Wie Anton Bruckner jene rauschhaft-sinnliche Musik Wagners aufnahm und verarbeitete zeigt „Die Romantische“, die 4. Sinfonie Bruckners. Gleichzeitig der fernen Vergangenheit wie der Zukunft verbunden, fiel die Musik des unsicheren Eigenbrötlers aus der Zeit, berührte und begeisterte aber allerorten um den Globus – bis heute. Die 4. Sinfonie verbindet den warmen, von Hörnern geprägten Orchesterklang mit klangmalerischen Jagdszenen und einem ungewöhnlich gleichermaßen düsteren, von Schmerz geprägten, wie weltlicher Freude und Trost vermittelnden Schluss. Der steigert sich zum Ende hin noch einmal zu einem gewaltigen Finale, das den großen Bogen der Sinfonie verständlich abschließt. Die besonderen Klangeigenschaften der ehemaligen Stiftskirche St. Maximin könnten kaum passender für diese gewaltige Komposition sein.
Mit Werken von: Richard Wagner und Anton Bruckner
Mit:
Mezzosopran: Janja Vuletic
Philharmonisches Orchester der Stadt Trier
Dirigat: GMD Jochem Hochstenbach
Karten sind online auf www.theater-trier.de erhältlich sowie an der Theaterkasse
(Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Samstag von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr)
via E-Mail an theaterkasse@trier.de sowie telefonisch unter 0651 718 1818.
































