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Ein Flirren im Halbdunkel: In Midnight Sun Variations der finnischen Komponistin Outi Tarkiainen scheint die Zeit aus den Fugen zu geraten, als hätte die Nacht beschlossen, nicht mehr weiterzugehen. Licht ohne Schatten, Stillstand mit innerem Beben. Das Orchester schimmert, atmet, zieht weite Kreise – und unter der Oberfläche arbeitet es, glüht es, wartet etwas.
Dann öffnet sich eine Wunde: das Violinkonzert von Jean Sibelius. Die Solostimme kommt nicht geschniegelt daher, sie kommt aus der Stille. Tastend, rau, mit aufgerissener Intensität. Kein Virtuosen-Feuerwerk, sondern Seelendrama auf offener Bühne. Jeder Ton ein Risiko, jeder Aufschwung ein Balanceakt zwischen Eis und Glut. Und Sibelius’ 1. Sinfonie? Ein junger Komponist am Rand seiner eigenen Möglichkeiten. Dunkle Klarinetten, aufbrandende Streicher, plötzliche Helligkeit wie ein Riss im Himmel. Zwischen Pathos und Abgrund, zwischen Aufschrei und Schweigen formt sich eine Stimme, die nicht gefallen will, sondern gelten. Musik als Selbstfindung – ungeschönt, ungezähmt, unwiderstehlich.

Outi Tarkiainen (*1985): Midnight Sun Variations
Jean Sibelius (1865 – 1957): Violinkonzert
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 1


  • Mit Werken von Outi Tarkiainen und Jean Sibelius
  • Musikalische Leitung: Artem Lonhinov
  • Mit: Philharmonisches Orchester Freiburg

theater.freiburg.de


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