Bühnenkitzel
Das Jugend Theater Festival Schweiz, nun fanfaluca genannt, spinnt aus Flausen und Neugier zur Bühne lebensnahe, sensible Geschichten. Jugendliche aus der Schweiz kommen hier zusammen, um unter professioneller Leitung ihren Gedanken Körper und Wort zu verleihen. Ein Festival, welches grenzüberschreitende Aufmerksamkeit, Gehör und Applaus verdient!
Junge Menschen im Theater. So mancher rümpft bei dem Gedanken die Nase und hat sofort Bilder unruhiger Kaugummiblasen vor Augen. Doch, sie, unsere Zuschauer von heute, können wie unsereins, auf der Bühne Antworten und Hypothesen zum Leben finden, die zum Lachen oder Nachdenken bringen. Das Jugend Theater Festival Schweiz hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, ein Festival für Jugendliche einzurichten, in dem sie selbst auf den Holzbrettern stehen und ihre Gedanken ausdrücken. Jugendliche aus Schulen oder der freien Szene bekommen dabei die Möglichkeit, sich kreativ zu testen und miteinander über das Theater und die Welt auszutauschen.
In den kommenden Tagen können wir ganz ergreifende und dynamische Menschen erleben, die aus der Haut fahren, uns vor den Kopf stossen, laut lachen und mit Worten herumwirbeln. Zum einen gibt es eine Adaption von Wedekinds Frühlings Erwachen zu erleben (Frühlings Sturm). Es gibt wohl kaum einen Klassiker, der so gut und wachsam das Erwachsenwerden ausdrückt. Mit Hass gefällt mir behandeln die Jugendlichen sehr sensible Themen, wie Gruppenzwang, die vermeintliche Beliebtheit und die Macht des Internets. Das Ensemble Fokus Leben setzt sich mit jungen Menschen auseinander, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und trotz allem versuchen, das Leben beim Schopfe zu packen.
Das Kollektiv Kreislauf setzt sich in seinem Tanztheater mit der allgegenwärtigen Frage auseinander, was wir angesichts der zahlreichen Probleme in der Welt unternehmen können. In Face au mur / Tout va bien / Ciel bleu ciel tauchen wir in eine komplexe Geschichte ein, suchen nach dem roten Faden und stricken dabei ein Band zwischen uns und den Schauspielern.
Vor diesem Festival, seinem Willen, seiner Handlungskraft, seiner Freude am Theater und Hinterfragen der Welt können wir nur den Hut ziehen!
Foto: Ernst Rudin































