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Karol Szymanowskis Sinfonie Nr. 4, die „Sinfonia concertante“, ist ein Werk der Bewegung. Kein Solokonzert im klassischen Sinn, sondern ein vibrierender Austausch zwischen Klavier und Orchester. Rhythmisch geschärft, harmonisch schillernd, mit Passagen von fast tänzerischer Leichtigkeit und plötzlicher Verdichtung. Das Klavier treibt, kommentiert, widerspricht – es ist Impuls und Widerlager zugleich. In den Händen von Tamara Stefanovich wird dieser Solopart zur präzisen Energiequelle: klar konturiert, analytisch durchdrungen und doch voller innerer Glut.
Anton Bruckners 9. Sinfonie dagegen denkt in einer musikalischen Ästhetik, die an die Innenräume von Kathedralen erinnert. Weite Spannungsbögen, eruptive Ausbrüche, fragile Momente von entrückter Stille. Der erste Satz ringt mit dem Schicksal, das Scherzo hämmert unerbittlich, das Adagio öffnet einen Raum jenseits von Zeit. André de Ridder formt diese Musik nicht als Monument, sondern als lebendigen Prozess: atmend, klar, mit Sinn für Struktur und Abgrund. Zwei Werke, die Intensität nicht behaupten, sondern herstellen.

Karol Szymanowski (1882 – 1937): Sinfonie Nr. 4 „Sinfonia concertante“
Anton Bruckner (1824 – 1896): Sinfonie Nr. 9


  • Mit Werken von Karol Szymanowski und Anton Bruckner
  • Musikalische Leitung: André de Ridder
  • Mit: Tamara Stefanovich (Klavier), Philharmonisches Orchester Freiburg

theater.freiburg.de


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