Werdegang
Der Regisseur Aurélien Bory lässt die Flamencotänzerin Stéphanie Fuster zu einem Solo auf die Bühne kommen, das ihre erstaunliche Laufbahn widerspiegelt.
Qu’est-ce que tu deviens ? Was wird aus dir? Es gibt wohl keine Frage, die noch banaler und gleichzeitig so schwierig zu beantworten ist. Sie offenbart, dass man sein Ziel aus den Augen verloren hat, aber verpflichtet vor allem dazu, ein Leben, das, selbst wenn es gewöhnlich ist, nicht weniger komplex ist, auf radikale Weise zusammenzufassen. Diese Zusammenraffung zwingt uns auf brutale Art, Bilanz zu ziehen, unsere Entscheidungen darzulegen, die zu keiner Zukunft führen…
Nachdem er das tolle Stück Plexus für Kaori Ito choreographiert hat, bietet er nun Stéphanie Fuster ein Solo, die alles aufgegeben hat, um ganz im Flamenco-Tanz einzutauchen. Der Regisseur erforscht hier ein für ihn neues Territorium, nämlich das der mächtigen und tragischen Gesten der andalusischen Tänzer. Questcequetudeviens? schildert den Werdegang dieser erstaunlichen Persönlichkeit, ihre Entscheidungen, ihre Stärken und ihre Momente des Zweifelns, während die Folklore von Kostüm und Accessoires außer Acht gelassen wird, man sich ganz auf die Künstlerin konzentrieren kann. Aurélien Bory, dessen Theater sich zuerst auf Präsenz und Bewegungen des Körpers im Raum konzentriert, setzt sie in einem engen Container oder einem dunklen Wasserbecken in Szene, und markiert damit ihren Status als Eindringling in einer mit festen Vorstellungen verbundenen Disziplin. Gemeinsam mit ihr bewundert man die Präzision und die Kraft des Flamencotanzes, die hier zu etwas anderem wird und sich in den Dienst des schönen Porträts einer Frau stellt. (S.D.)
Ebenfalls zu sehen
Corps Noir, Installation von Aurélien Bory mit Stéphanie Fuster, am 19. März um 15:00 und 17:00 Uhr im Mamcs
Weitere Informationen
IM ARCHIV VON SZENIK
Aurélien Bory hat drei Produktionen im TJP vorgestellt































