Le 1er web magazine spectacles | Grand Est transfrontalier
Das 1. Webmagazin der darstellenden künste | Grenzüberschreitende Region Grand Est

Am 10. Dezember 1895 wurde Die Nacht vor Weihnachten, eine von insgesamt fünfzehn Opern von Nikolai A. Rimski-Korsakow (1844-1908), am Mariinski-Theater in St. Petersburg uraufgeführt. Das Libretto verfasste der russische Komponist selbst in Anlehnung an Nikolai W. Gogols gleichnamige Erzählung. Aus Rücksicht auf Peter I. Tschaikowski, der den Stoff bereits 1874 in Der Schmied Wakula verarbeitet hatte, nahm sich Rimski-Korsakow erst 1894, nach dem Tod seines Kollegen, der Vertonung an. In Die Nacht vor Weihnachten verbindet sich die satirisch-realistische Darstellung eines ukrainischen Dorflebens mit fantastischen und mythologischen Elementen. Das musikalische Zentrum bilden die Weihnachtsgesänge der Dorfbewohner, basierend auf ukrainischen Volksliedern. Diese werden von lyrischen Ariosi, Buffo-Szenen und bildstarken Orchesterzwischenspielen gerahmt. Im Anschluss an die Frankfurter Erstaufführung 2021 wurde die Produktion, die auch auf DVD (Naxos) veröffentlicht wurde, vom Fachmagazin Opernwelt ausgezeichnet; eine gerechtfertigte Wahl, „wenn die Oper so raffiniert, so spielintensiv und tiefschürfend inszeniert wird wie (…) von Christof Loy an der Oper Frankfurt. Kein Wunder, dass dieser auch musikalisch umwerfende Abend zur ‚Aufführung des Jahres‘ [2022] gekürt wurde.“ In der Spielzeit 2026/27 kehrt die Inszenierung des international geschätzten Regisseurs Christof Loy zum dritten Mal rund um die Weihnachtszeit auf die Frankfurter Opernbühne zurück.

Zum Inhalt: Es ist Weihnachten im ukrainischen Dorf Dikanka. Der Schmied Wakula ist unglücklich in Oksana, Tochter eines Gutsherren, verliebt. Diese will ihn nur unter der Bedingung heiraten, dass er ihr die goldenen Schuhe der Zarin besorgt. In seiner Verzweiflung wendet sich Wakula an den Teufel, der ihn in die Hauptstadt fliegen und ihm dabei helfen soll, die Schuhe zu beschaffen. Bei der Zarin angekommen, schenkt diese ihm ihr schönstes Paar Schuhe. Zurück in Dikanka bereut Oksana ihr Verhalten und wird sich ihrer Liebe zu Wakula bewusst, sodass einer Heirat nichts mehr im Wege steht.

Die musikalische Leitung dieser dritten Wiederaufnahme übernimmt der Studienleiter der Oper Frankfurt, Takeshi Moriuchi. Moriuchi erarbeitete unter anderem Dirigate bei Vorstellungen von Hänsel und Gretel, Die Zauberflöte, Così fan tutte, Werther, Tosca und Carmen. Des Weiteren leitete er das Frankfurter Opern- und Museumsorchester bei den Neuproduktionen In seinem Garten liebt Don Perlimplín Belisa (Wolfgang Fortner), Le vin herbé (Frank Martin) und Der Prinz von Homburg (Hans Werner Henze). Im Sommer 2027 übernimmt Moriuchi die Musikalische Leitung bei Madama Butterfly in Osaka. Zahlreiche Gesangspartien sind aus dem vielgestaltigen Ensemble besetzt. Tenor Kudaibergen Abildin debütiert in der Partie des Schmieds Wakula. In Frankfurt präsentierte er schon zahlreiche Partien wie Tamino (Die Zauberflöte), Lenski (Eugen Onegin), Pinkerton (Madama Butterfly), Edmondo (Manon Lescaut) und Macduff (Macbeth). Monika Buczkowska-Ward übernimmt die Partie der Oksana. In der laufenden Spielzeit 2026/27 war sie außerdem schon als Teofane in der Neuproduktion von Georg Friedrich Händels Ottone zu erleben. Des Weiteren singt sie im kommenden Jahr noch Alcina in Händels gleichnamiger Oper und die Partie der Helmwige (Die Walküre). Enkelejda Shkoza übernimmt erneut die Partie der Hexe Solocha und Die Frau mit der violetten Nase. Als Tschub debütiert der gefragte Bass Andreas Bauer Kanabas. In dieser Spielzeit wird er auch erstmals als Hunding (Die Walküre) auftreten. Zu seinen Höhepunkten der letzten Spielzeiten zählen Wagner-Partien wie Gurnemanz (Parsifal), Veit Pogner (Die Meistersinger von Nürnberg), König Marke (Tristan und Isolde), Daland (Der fliegende Holländer) und Heinrich der Vogler (Lohengrin), den er kürzlich auch bei den Bayreuther Festspielen und in Taiwan sang. Die Partie des Teufels übernimmt Andrei Popov. In weiteren Partien sind Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt.

Oper in vier Akten von Nikolai A. Rimski-Korsakow

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi; Inszenierung: Christof Loy

Mitwirkende: Kudaibergen Abildin (Wakula), Monika Buczkowska-Ward (Oksana), Enkelejda Shkoza (Solocha), Andreas Bauer Kanabas (Tschub), Andrei Popov (Teufel), Aleksander Myrling (Panas), Sebastian Geyer (Bürgermeister), Peter Marsh (Diakon Ossip),

Zanda Švēde (Zarin), Thomas Faulkner (Pazjuk), Enkelejda Shkoza (Frau mit violetter Nase), Barbara Zechmeister (Frau mit gewöhnlicher Nase)

www.oper-frankfurt.de


Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Currently Playing

Szenik auf Facebook