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Am 18. und 19. November 2026 spielt das Sinfonieorchester Basel im Stadtcasino Basel sein 3. Abo-Konzert ‹Schicksal›. Am Pult steht der amerikanische Dirigent Robert Trevino, Solist ist Truls Mørk, einer der ganz grossen Cellisten unserer Zeit, der mit seinem Auftritt Premiere in Basel feiert. Auf dem Programm stehen Dmitri Schostakowitschs

Cellokonzert Nr. 1 und Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Sinfonie Nr. 4.

Nicht nur Beethoven hat eine Schicksalssinfonie geschrieben. In Tschaikowskis 4. Sinfonie f-Moll (1877) setzt gleich eine ganze Bläserfanfare ein, von der es kein Entrinnen zu geben scheint.

Das eindringliche Schicksalsmotiv zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk, pausiert im liedhaften zweiten und dritten Satz und kehrt im Finale zurück. Der Schluss-Satz ist heiter, schildert musikalisch ein Volksfest und zitiert das russische Volkslied ‹Stand ein Birkenbaum›.

«Freue dich an der Freude anderer – und das Leben ist doch zu ertragen», notierte Tschaikowski dazu. Rund achtzig Jahre später nannte Schostakowitsch dieses Finale als Musterbeispiel dafür, wie Musik vom Kontrast lebt.

 

Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur (1959) entstand nach Stalins Tod und kündet von der neuen Freiheit, die der Komponist damals erlebte. Er schrieb es für seinen Freund Mstislaw Rostropowitsch, der es auch uraufführte. Das viersätzige Werk beginnt marschartig, im Kopfsatz wird das Solohorn zum zweiten Soloinstrument neben dem Cello, und die Kadenz wächst zu einem eigenen Satz: einem 148 Takte langen Monolog des Cellos. Ausserdem hat sich

Schostakowitsch darin mit seinem Namensmotiv D-Es-C-H selbst verewigt.

 

Robert Trevino arbeitet seit Jahren mit dem Sinfonieorchester Basel zusammen, zuletzt im Dezember 2025 im Konzert ‹Kontraste›. Im Interview mit dem Magazin des Orchesters spricht er über die zwei Klangwelten des Abends: Schostakowitschs Musik sei von den Weltkriegen und der Mechanisierung geprägt. Tschaikowski dagegen im ‹sowjetischen› Stil zu spielen, hält er für völlig falsch.

 

«Schostakowitsch ist gefühlvoll mechanisch. Man sieht sich einer Maschine im industriellen Stil gegenüber, die Schmerz, Leid und Verlust verursacht. Was Tschaikowski betrifft, so ist die Sinfonie tragisch; das Finale halte ich eher für ‹manisch› als für fröhlich – eine Art hysterisch-euphorischer Sprung in eine ungewisse, aber hoffnungsvolle Zukunft.»

Robert Trevino, Sinfonieorchester Basel Magazin Nr. 2/2026

 

Eine Konzerteinführung beginnt an beiden Abenden um 18.30 Uhr im Stadtcasino Basel. Tickets gibt es online unter www.sinfonieorchesterbasel.ch und im Kulturhaus Bider & Tanner.

 

 

Schicksal – 3. Abo-Konzert

Mi, 18. / Do, 19. November 2026, 19.30 Uhr Stadtcasino Basel, Musiksaal Konzerteinführung: 18.30 Uhr

Konzertdauer inklusive Pause rund 1 Stunde 50 Minuten


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