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Eine Vision von Gleichheit und Frieden, die an Eifersucht, Verrat und der schieren Last menschlicher Unzulänglichkeit zerbricht: Zum ersten Mal bringt die Oper Frankfurt Ernest Chaussons (1855-1899) selten gezeigtes Werk Le roi Arthus auf die Bühne. Der Komponist schuf mit seiner einzigen abendfüllenden Oper ein spätromantisches Meisterwerk, das die Harmonik Richard Wagners auf einzigartige Weise mit den Klangfarben des französischen Impressionismus vereint. Jahre lang feilte Chausson an der Partitur und dem eigenen Libretto, bevor das Werk 1903 – vier Jahre nach seinem tragischen Tod durch einen Fahrradunfall – in Brüssel uraufgeführt wurde. Musikalisch entfaltet die Oper gewaltige Steigerungsbögen und verträumte Duette, die schließlich in einem überwältigenden Verklärungschor gipfeln.

Im Zentrum der Handlung steht der Mythos um König Arthus und die Tafelrunde. Was als idealistische Utopie eines Herrschers beginnt, der das Gleichheitsprinzip über die alte Machtordnung stellt, verwandelt sich rasch in eine verhängnisvolle Tragödie. Ausgerechnet Arthus’ engster Vertrauter Lancelot beginnt eine geheime Liebschaft mit Königin Genièvre. Als die verbotene Liebe aufgedeckt wird und der Machtmensch Mordred nach der Krone greift, steuert das gesamte Reich unaufhaltsam seinem Niedergang entgegen. So erzählt Chaussons Oper nicht nur eine tragische Dreiecksgeschichte, sondern spiegelt zugleich die zeitlose Fragilität demokratischer Ideale und den Zerfall einer ganzen Hochkultur wider.

Generalmusikdirektor Thomas Guggeis leitet das Frankfurter Opern- und Museumsorchester in dieser Neuinszenierung. Neben Le roi Arthus dirigiert er in dieser Spielzeit auch die Premierenserien von Un ballo in maschera und The Greek Passion an der Oper Frankfurt. Als Dirigent ist er darüber hinaus regelmäßig zu Gast bei renommierten Klangkörpern und Institutionen: So leitete er bereits Vorstellungen an der Metropolitan Opera in New York oder an der Mailänder Scala. Im Sommer 2027 wird er als Dirigent bei den Bayreuther Festspielen mit Tannhäuser debütieren. Regie führt Manuel Schmitt, der dem Frankfurter Publikum bereits durch seine Arbeiten wie Gioachino Rossinis Tancredi und Benjamin Brittens Doppelabend The Prodigal Son / The Burning Fiery Furnace bekannt ist. In dieser Saison inszeniert er außerdem Cavalleria rusticana / Pagliacci in Essen und in Hannover Madama Butterfly. Die Titelpartie des König Arthus übernimmt der Bariton Domen Križaj, der nach sechs erfolgreichen Jahren im Ensemble nun als Gast an das Haus zurückkehrt. In Frankfurt sang er zahlreiche Partien wie Konsul Sharpless in Madama Butterfly oder Wolfram von Eschenbach in Tannhäuser. An Križajs Seite singt Magdalena Hinterdobler die Königin Genièvre. In der Salzburger Felsenreitschule überzeugte sie in der vergangenen Spielzeit als Senta (Der fliegende Holländer) in Frankfurt als Braut (Bluthochzeit) und Ellen Orford (Peter Grimes) sowie jüngst als Marschallin (Der Rosenkavlier) an der neu eröffneten Oper Köln. Als Lancelot steht der belgische Tenor Thomas Blondelle auf der Bühne, während Ensemblemitglied Erik van Heyningen den Gegenspieler Mordred gibt. Die Besetzung komplettieren Sven Hjörleifsson als Ackermann sowie die Ensemblemitglieder Kihwan Sim als Zauberer Merlin, Andrew Kim als Lyonnel und Thomas Faulkner als Allan / Ein Ritter.

Oper in drei Akten und sechs Bildern von Ernest Chausson

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung: Thomas Guggeis; Inszenierung: Manuel Schmitt Mitwirkende: Domen Križaj (Arthus), Magdalena Hinterdobler (Genièvre), Thomas Blondelle (Lancelot), Erik van Heyningen (Mordred), Andrew Kim (Lyonnel), Thomas Faulkner (Allan / Ein Ritter), Kihwan Sim / Finn Sagal (Merlin), Sven Hjörleifsson (Ein Ackermann) u.a.

www.oper-frankfurt.de


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