Ins rauschhafte Barock taucht das 6. Sinfoniekonzert ein. Am Donnerstag, 23. April im Großen Haus leitet Kapellmeister Wouter Padberg durch ein beschwingtes Programm, das den ausschweifenden Festen in Versailles in nichts nachsteht – zumindest musikalisch. Mit Werken von unter anderem Rameau, Lully und Delalande macht das Konzert neue Lust auf alte Musik.
Vorhang auf für die rauschende Festmusik von Sonnenkönig Ludwig XIV in seinem Traumschloss Versailles! Unter der Leitung von Kapellmeister Wouter Padberg spielt das Philharmonische Orchester der Stadt Trier vielfältige wie unterhaltsame Musik aus der Blütezeit von Pracht, Prunk und Ornament. Natürlich darf da Ludwigs Leib- und Magenkomponist Jean-Baptiste Lully ebenso wenig fehlen wie Opernsuiten von Jean-Philippe Rameau und Élisabeth Jaquet de La Guerre. Mit seiner Barockgitarre wird Henrik Dewes den feingliedrigen Melodieläufen noch seine ganz eigene, sanfte Note hinzufügen. Ein tänzerisches Konzerthighlight mit vielfältigen Überraschungen.
Lully brachte damals italienischen Schwung an den französischen Hof, der sich in den zwei Suiten aus Theatermusiken übertragen wird, die Lully etwa für Molières berühmten „Bürger als Edelmann“ komponierte. Für ein volles barockes Klangerlebnis sorgen auch die Solisten Yuriy Hadzetskyy, Derek Rue, Gustavo Eda und Karsten Schröter. Nach dem frühen Tod Lullys musizierte sich Michel-Richard Delalande in des Königs Herz, den es wiederzuentdecken gilt. Ein intimes solistisches Intermezzo mit einem Tanzsatz des Haus- und Hofgitarristen Robert de Visée legt einen Fokus auf die Kammermusik, die es am Hofe in stillen Stunden auch gab.
Sicherlich damals wie heute ein Höhepunkt ist eine Komposition der damals europaweit anerkannten Komponistin Élisabeth Jacquet de La Guerre. Ihre Oper „Céphale et Procris“ war die erste, die von einer Komponistin an einem Pariser Opernhaus aufgeführt wurde. Beim 6. Sinfoniekonzert lassen instrumentale Ausschnitte diese Rarität faszinierend Trier hörbar werden. So entsteht an dem Abend ein barockes Gesamterlebnis, das es nicht häufig zu erleben gibt.
Wer mehr über Zusammenhänge, Hintergründe und das Umfeld der Komponistinnen und Komponisten sowie deren Kompositionen erfahren will, sollte die Concert Lounge „Party in Versailles!“ am Vorabend des Konzertes, Mittwoch, 22. April um 19:30 Uhr im Großen Haus nicht verpassen. Wouter Padberg beleuchtet mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier das Panorama einer aufregenden Zeit der französischen Musikgeschichte, als Versailles der Nabel des europäischen Adels und die dort gespielte Musik Vorbild wurde für die anderen Zentren kulturellen Lebens.
Mit Werken von Jacquet de la Guerre, de Visée, Delalande, Rameau und Lully
Barockgitarre: Henrik Dewes
Tenor: Gustavo Eda, Derek Rue
Bariton: Yuriy Hadzetskyy
Bass: Karsten Schröter
Dirigat: Wouter Padberg
Karten sind online auf www.theater-trier.de erhältlich sowie an der Theaterkasse
(Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Samstag von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr) via E-Mail an theaterkasse@trier.de sowie telefonisch unter 0651 718 1818.
































