Mayerling blickt hinter die glänzende Fassade der Donaumonarchie. Im Mittelpunkt des großen Figurenkabinetts steht Kronprinz Rudolf. Verzweifelt nach Liebe hungernd, von Erwartungen erdrückt und in Intrigen verwickelt endet der Thronfolger krank und vom Tod besessen. Sein Wahn findet Anklang bei der 17-jährigen Mary Vetsera, die ihm in absoluter Hingabe erlegen ist. Auf dem Jagdschloss Mayerling erschießt Rudolf schließlich erst seine verführerische Geliebte und dann sich selbst.
„Lieber Revolver, nicht Gift“ – Vetsera hatte Kronprinz Rudolf tatsächlich 1889 eine Nachricht im Aschenbecher hinterlassen. Der historisch verbürgte Hintergrund des Balletts entfaltet sich dank Kenneth MacMillans Erzählkunst auf der Bühne als eine Chronik der Zerstörung. Der britische Choreograf gilt als Meister des psychologischen Dramas. Mit Mayerling hat er sich nicht nur den dunklen Seiten der menschlichen Seele, sondern auch einem Stück Weltgeschichte gewidmet. Seine Szenen lassen das steife und verdorbene Ambiente am Hof sowie Rudolfs Obsession nachempfinden. Insbesondere die fesselnden Pas de deux fordern dem Tänzer der Hauptrolle psychisch wie physisch alles ab.
Mit der Ausstattung von Mayerling hat sich Theaterlegende Jürgen Rose selbst übertroffen: opulente Kostüme, originalgetreue Requisiten und ein stimmiges Bühnenbild. Akribisch hat Rose recherchiert, um dramaturgische Stringenz und historische Überlieferung auf prachtvollste Weise in diesem Historiendrama zu vereinen.
































