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Ohne Pathos oder Zeremoniell

Das Schauspiel von Tiago Rodrigues, das 2005 beim Festival von Avignon sehr gelobt wurde, zeigt auf radikale Weise die Geschichte der zwei mythischen Liebenden. 

Antonio e Cleopatra ist das erste Schauspiel, das Tiago Rodrigues für das Théâtre National Dona Maria II in Lisabonn kreiert hat, in dessen Direktion er einige Wochen zuvor im Oktober 2014 aufgenommen worden war. Mit gerade einmal 37 Jahren übernahm er die Leitung einer der ältesten und prestigeträchtigsten Bühnen Portugals. Und gab einen neuen Ton an mit diesem Stück außerhalb der Norm, an dem nichts klassisches ist außer dem Titel. Von seinem „Lieblingsstück von Shakespeare“ ausgehend, das er schon seit Jahren auf die Bühne bringen wollte, hat Tiago Rodrigues tatsächlich die Geschichte der ägyptischen Königin und des römischen Generals auf seine Art mit Zurückhaltung und mit Bewegungen für zwei Tänzer-Schauspieler neu geschrieben (Sofia Dias und Vitor Roriz). Ohne Pathos oder Zeremoniell werden Antonius und Cleopatra die Erzähler ihrer eigenen Geschichte, ausgedrückt in der dritten Person. Vor der nüchternen Kulisse einer im Hintergrund der Bühne gespannten Plane entwickeln sie sich mit einer einfachen und zurückhaltenden Choreographie. Ihre Körper entfernen sich voneinander, nähern sich einander im Rhythmus ihrer Geschichte, die mit einer gewissen Distanz erzählt wird mit Sätzen die alle beginnen mit „Antonius sagt…“, „Cleopatra sagt…“ Und das klingt wie ein antikes Gedicht, wie eine Rückkehr zum Wesentlichen des Mythos. (C.I.)

 


Etiketten:Tanz

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