Komische Diktatoren
Eine Episode in der Geschichte, die zugleich grotesk und erschreckend ist. Nicolae Ceaucescu und seine Freu Elena Petrescu haben über 20 Jahre lang über das kommunistische Rumänien geherrscht. Nun werden sie auf der Theaterbühne erneut zum Leben erweckt.
Wir folgen ihnen während ihres gesamten Lebens, von ihrer Kindheit auf dem Land in der Valachie bis zu ihrer Hinrichtung nach einem Prozess im Schnellverfahren. Das Stück wurde von David Lescot im Auftrag von Anne-Laure Liégeois geschrieben, welche die Inszenierung übernimmt. Les Epoux (Die Eheleute), verkörpert von Olivier Dutilloy und Agnès Pontier, sind die einzigen Figuren, die vor dem Zuschauer auftreten. Mit folkloristischer Musik und Kostümen rufen die Projektionen von gefilmten Dokumenten das Umfeld hervor, in dem das durchschnittliche Paar es schafft, eine schreckliche Diktatur in diesem Rumänien zu etablieren, das zu der Zeit als „guter Schüler“ des kommunistischen Blocks gesehen wird. Der Blickwinkel, in dem das lächerliche und zynische Duo beleuchtet wird, löst eine Reflexion über das Thema der Macht aus. Anne-Laure, die vorher Macbeth inszeniert hat, unterstreicht die Tendenz vieler Diktatoren, „das Schauspiel zur Ausübung von Autorität zu nutzen“. Für David Lescot ähnelt Les Epoux einem „Glücksspiel, das schlecht ausgeht“. Er fügt hinzu, dass einem, „wenn man nicht viel anderes hat, immer noch die Macht bleibt. Das kommt bei Leuten heraus, die nicht verwöhnt sind. Das bringt einen wirklich zum nachdenken. (F.B.)
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Foto © Raynard de Lage































