Hüte dich vor den Wahnsinnigen!
Frank Castorf betrachtet im Schauspielhaus Zürich die Verrücktheit und setzt sie mit Dostojewski in Szene. Beißender Humor und mit Wahrheiten gefüllte Tropfen treffen aufeinander.
Achte dich vor der Eifersucht, liebe die Verrückten! Dies ist wohl das Leitmotiv der neuen Inszenierung Frank Castorfs. Noch vor kurzem stand der Theaterregisseur in Avignon mit Bulgakow auf der Bühne, schon widmet er sich einem anderen russischen Schriftsteller und erarbeitet zwei seiner Novellen.
In Die fremde Frau und der Mann unter dem Bett schildert Dostojewski einen Mann, der fest davon überzeugt ist, dass seine Frau ihn betrügt. Mit allen detektivischen Mitteln versucht er sie auf frischer Tat zu ertappen und gerät dabei in die delikatesten Situationen – sei es nun in der Oper oder unter der Matratze einer anderen Frau (ja, ganz richtig). Zum Schreien komisch, wird die Eifersucht hier hitzig auf das Kreuz genommen.
Allerdings wäre Frank Castorf nicht Frank Castorf, wenn er diese Geschichte nicht ausbauen würde. Hier verknüpft er sie mit einer anderen Novelle Dostojewskis: Der Traum eines lächerlichen Menschen. In dieser wird ein Mann dargestellt, der nichts fühlt, nicht denkt und seinem Leben ein Ende bereiten möchte. Doch dann hat er einen eigenartigen Traum, der ihn in eine friedliche, harmonische, strahlende Gesellschaft führt.
Ist dies nur ein Delirium oder verbirgt sich noch mehr dahinter? Und, sind diese zwei Männer wirklich verrückt oder auf der richtigen Spur? Es gibt nur einen Weg das herauszufinden: Auf nach Zürich! Wir können es ehrlich gesagt kaum noch abwarten!
Mit
Kathrin Angerer, Gottfried Breitfuss, Robert Hunger-Bühler, Johann Jürgens, Robert Rozić, Siggi Schwientek
Foto: Matthias Horn































