Ländliche Stille
Tom auf dem Lande ist ein unglaubliches Stück über Trauer, Familie und Homosexualität. Von dem kanadischen Dramaturgen Michel Marc Bouchard geschrieben, ist es eine Aufforderung zum harmonischen, ehrlichen Miteinander. Akzeptiere wie ich bin, wo ich bin und wen ich liebe.
Der Werbetexter Tom fährt in die Provinz zu der Beerdigung seines Lebensgefährten Guillaume. Innerlich zerbrochen kommt er bei der Familie an und muss sogleich erfahren, dass die Mutter nichts von der Homosexualität ihres Sohnes weiss. Sein Bruder Francis, welcher gewissenhaft den Hof führt, zwingt Tom Stille zu bewahren… und dies mit allen Mitteln. Nach und nach durchquert Tom das von Guillaume geschaffene Lügennetz und muss sich dem psychischen Druck des Bruders stellen.
Ein wahrer Thriller, wenn nicht doch in jedem Satz die Realität zum Vorschein kommen würde. Der Dramaturg Michel Marc Bouchard zeigt in seinem Werk, welcher Angst sich Homosexuelle aussetzen müssen. So behauptet er, dass über die eigenen Gefühle zu lügen noch vor der Erfahrung des Liebens stehe. Er weist zugleich auf die Brutalität hin, die sie tagtäglich erleiden müssen, sei es auf dem Schulhof, auf der Strasse oder in der eigenen Familie.
Max Claessen greift die Themen der Trauer und Homosexualität auf, arbeitet an der sich entwickelnden Spannung, konstruiert das emotionale Pulverfass, auf welchem sie sitzen und lässt es schliesslich hochgehen.
Von Xavier Dolan vor ein paar Jahren verfilmt, ist dieses Stück ein Aufruf zur Gleichberechtigung, zum Entsagen der Gewalt und eine Geschichte, die Ihnen kalt den Rücken herunterlaufen wird. Erschütternd und zugleich ein Muss in der heutigen Zeit.
Mit
Christiane Motter, Gintare Parulyte, Konstantin Rommelfangen, Pitt Simon
Max Claessen, Inszenierung
Christoph Coburger, Musik
Koproduktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
und Staatstheater Saarbrücken































