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Während seiner langen musikalischen Laufbahn hat Hary de Ville die nationale Blues-Szene mitgeprägt. Seit mehr als 50 Jahren steht der Gitarrist, Sänger und Mundharmonikaspieler regelmäßig auf der Bühne, seit 43 Jahren existiert die „Real Bluesband“, die Hary de Ville mitgegründet hat. Bei seinem Auftritt im Burghof Lörrach am Donnerstag, 30. November, 20 Uhr, präsentiert er ein Best-of-Programm, das sich Inspiration aus zahlreichen musikalischen Richtungen holt und diese zu einem originellen, unverwechselbaren Mix verarbeitet.

Viele schöne Erlebnisse aus den vergangenen Jahrzehnten sind Hary de Ville in Erinnerung geblieben. „In den Anfängen war der Tag, an dem die Blues-Legenden Buddy Guy und Junior Wells zu mir auf die Bühne kamen, ein Türöffner, da uns die euphorischen Kritiken zu vielen neuen Möglichkeiten verhalfen“, erinnert er sich. Es folgten Auftritte bei unzähligen Festivals. Bands wie Trio, Bap oder Klaus Lage eröffneten Anfang der 80er-Jahre Konzerte der „Real Bluesband“ als Vorgruppen. Auch ein großes Festival in Florac in Südfrankreich und der dortige gemeinsame Auftritt mit Nino Ferrer sind Hary de Ville besonders in Erinnerung geblieben. Bei den zahlreichen Begegnungen sind einige bis heute anhaltende freundschaftliche Beziehungen zu Kollegen, aber auch zu Zuhörern entstanden, erklärt der Musiker, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern konnte. „Es gab Leute, die fast 100-mal bei uns im Konzert waren. Die gehörten dann ja irgendwie schon zur ,Familie‘.“

Sich musikalisch auszudrücken, seinen eigenen Stil, seinen Sound und seine Stimme – im übertragenen und im wortwörtlichen Sinne – zu finden, war und ist Hary de Ville ein großes Anliegen. Nie puristisch und stets offen für Neues, hat er sich dabei auch mit den Entwicklungen der Blues-Szene in den vergangenen Jahrzehnten auseinandergesetzt. „Blues ist wie Dixieland oder Gypsy-Swing eigentlich eine Museumsmusik“, erklärt er. „Die prägenden und entscheidenden Ereignisse sind längst vorbei.“ Und da das Rad nicht mehr neu erfunden werden kann, sei das Programm der „Real Bluesband“ nicht mehr so sehr an den alten Helden orientiert. „Nach jahrelangem Klassikgitarre-Studium wäre es auch albern, Leute, die ein unglaublich hartes Leben hatten und deshalb oft nur über eine entsprechend rudimentäre Spieltechnik verfügen, zu kopieren“, erklärt de Ville. Dass Blues in den vergangenen Jahren vermehrt zu einer Kunstform geworden und die Spieltechnik mehr und mehr in den Vordergrund gerückt sei, sieht er kritisch. Denn das konterkariere eigentlich das ursprüngliche archaische Ausdrucksbedürfnis der großen Vorbilder. Zugleich aber betont Hary de Ville, dass der Blues nichts von seiner Ausdruckskraft eingebüßt habe. Im Gegenteil: „Man kann auch heute noch viel an Stimmungen über diese Musik vermitteln“, resümiert er. Die „Real Bluesband“ tut genau das.

Freuen darf sich das Publikum am 30. November im Burghof Lörrach auf viele Eigenkompositionen, originell arrangierten Klassiker, Swing-Standards und „auf ein paar alte Herren, die noch mit viel Energie, Selbstironie und Lebendigkeit ihr eigenwilliges Ding durchziehen“, lacht Hary de Ville.


burghof.com

 


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