Am 30. Dezember 1922 wurde im Moskauer Bolschoi-Theater die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegründet. 100 Jahre später konzipiert die Kritikerin, Kuratorin und Theatermacherin Marina Davydova das „Museum der ungezählten Stimmen“.Die Besucher_innen betreten einen zum Museum stilisierten Raum, der vor ihren Augen zum Leben erweckt wird, sich verwandelt und einen Parcours durch inhaltlich komplexe Zusammenhänge anbietet. Die Geschichte der Sowjetunion wird in fünf Episoden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Von einer allgemeinen „wahren“ Geschichtsschreibung führt der Weg hin zum Widersprüchlichen, zum existenziell Biografischen. Die oppositionelle Russin Davydova, als Tochter eines Armeniers in Baku, (Aserbaidschan) geboren, ist inzwischen zum zweiten Mal Vertriebene.
„Es ist ein Theaterstück, das im Museum spielt. Immer, wenn ich ins Museum gehe, stelle ich mir vor, dass die Objekte zum Leben erwachen. Dass Stimmen aus der Vergangenheit plötzlich beginnen, mit mir zu sprechen. Ich male mir aber auch aus, dass diese Stimmen anfangen, miteinander zu streiten. Und die Besucher_innen in diese Gespräche verwickelt werden.“ (Marina Davydova)
Maria Milisavljević mit 13. Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik ausgezeichnet
In diesem Jahr übernimmt die vielfach ausgezeichnete Autorin, promovierte Kulturwissenschafterin, Dramaturgin und Übersetzerin Maria Milisavljević, eine der bemerkenswertesten und...
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