Alice Ripoll präsentiert ihre neue Tanzproduktion Lavagem
Die brasilianische Choreografin Alice Ripoll seziert in Lavagem (portugiesisch für „Waschen“) die polarisierte Realität der brasilianischen Gesellschaft, in der der Kontakt zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen extrem gering ist und nach wie vor eine sexistische, armutsfeindliche und rassistische Ordnung herrscht.
Die Tänzer*innen stammen aus den Favelas, den Armenvierteln, und haben einen ganz persönlichen Bezug zur Thematik: Ihre Mütter und Grossmütter arbeiteten ihr Leben lang als Putzfrauen, was die dominante, weisse Oberschicht Brasiliens jedoch nicht davon abhielt, People of Colour als schmutzig zu betrachten.
Diese Ambivalenz lässt Alice Ripoll in einem „Leistungsexperiment“ die Sauberkeit erforschen: der Vorgang des Schrubbens, mit seinen szenischen Bewegungen und seiner historischen Entfaltung wird erprobt und kritisch unter die Lupe genommen. Seifenschaum färbt die schwarzen Körper weiss; Schaumblasen suggerieren eine Welt der Träume. Was aber, wenn der Schaum den Körper erdrückt bis er in Bewegungslosigkeit versinkt? Wenn es nicht mehr möglich ist, sich auf den Beinen zu halten oder sich gegenseitig zu stützen, gilt es mit dieser Frustration fertig zu werden.
Lavagem fragt genau nach: Was muss eigentlich gereinigt werden? Die Häuser, der Dreck in den Zimmern? Oder aber die ausgefeilten Strategien, die darauf abzielen, manche Menschen unsichtbar zu machen?
Praktische Informationen
- Dauer: 60 Min.
- Premiere 21/22
- Koproduktion Passages Transfestival
- Weitere Informationen:
- Passages Transfestival: www.passages-transfestival.fr
- Kaserne Basel: www.kaserne-basel.ch
- Die Website von Alice Ripoll: www.aliceripoll.com
Foto: Renato Mangolin
































