Ballettstreiche
Die Charleroi Danse – Biennale 2017 eröffnet die Saison unter dem Zeichen des Neuen, der Jugend und auf internationaler Ebene. Schöne Ambitionen, die sich in 15 Tanzaufführungen und drei Wochen lang auf den Bühnen der Écuries in Charleroi und der Raffinerie in Brüssel realisieren werden.
Bereits bei ihrem Antritt des Direktionspostens des Centre chorégraphique Wallonie-Bruxelles im letzten Januar, hatte Annie Bozzini ihren Wunsch geäußert, dieser ehrwürdigen Institution ein neues Gesicht zu verleihen. Mit ihrem Plan „Tanzen wird geteilt“ sollte die Arbeit mit den Künstlern besonders hervorgehoben und auch das „tugendhafte Duo Künstler / Publikum“ neu erfunden werden.
Das Programm der Biennale 2017 gibt der kommenden Saison das besondere Etwas mit einer Auswahl an Tänzern aus der neuen Generation. Als Stargäste sind Louise Vanneste und Ayelen Parolin, zwei junge belgische Choreografen, die noch bis 2020 von Charleroi Danse begleitet werden, mit dabei. Die Erste eröffnet den Ball mit Thérians, einem minimalistischen Solo für zwei Interpreten, in dem der Körper und die Menschlichkeit auf ihren animalischen Charakter untersucht werden. Die Zweite präsentiert Autoctonos, eine Kreation über Rituale, vorgetragen von vier Tänzerinnen und einer Musikerin.
Im Allgemeinen steht die Arbeit von Frauen in dieser renovierten Biennale im Mittelpunkt, so zum Beispiel von der Chinesin Wen Hui, der Portugiesin Marlene Monteiro Freitas, der Spanierin Rocío Molina oder der Französin Malika Djardi. Freuen wir uns auf diese Talente und darauf, dass sie mit uns eine kleine Weltreuse durch die aktuellsten Tendenzen des zeitgenössischsten Tanzes machen.
La sélection Szenik :
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To da bone - (La)Horde
Am 27.09. um 20H30 & 28.09. um 19H30 in den Ecuries, CharleroiDas Trio der (La) Horde setzt sich aus zwei ehemaligen Studenten der Arts Déco de Strasbourg (Marine Brutti und Jonathan Debrouwer) und einem jungen Choreographen (Arthur Harel) zusammen. Gemeinsam untersuchen sie unsere kulturellen Praktiken, die, zwangsweise, mit dem Internet zu tun haben. Von numerischen Schriften inspiriert, kreieren sie Hardstyle-Choreographien, die an der Grenze des Tanzes, der Bildenden Kunst und der Performance stehen. Eine sehr gelungene Mischung aus Bewegungen, Bildern, Rhythmen, Video und einem belebenden Jumpstil. Eine Entdeckung wert. Foto: Laurent Philippe
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Caída del cielo, Rocío Molina
Am 4 und 5.10. 2017 um 20h30 in den Ecuries in CharleroiDiese junge und bereits berühmte Tänzerin sticht aus der Welt des Flamencos mit seinen altertümlichen Traditionen wie ein Raumschiff hervor. Sie verstößt alle Regeln, jedoch nicht um zu provozieren, sondern, wie sie selbst sagt „durch Neugierde für all die Dinge, die mir gefallen“. Nun gut. Wenn man sie in den verschiedenen Frauen-und Männerrollen sieht, die sie mit Talent und einer großartigen Energie in dieser Kreation präsentiert, könnte man meinen, nichts mache ihr Angst. Nicht einmal die Provokation.
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Nosheheorit – Otniel Tasman
Am 14.10.2017 um 20H30 in den Ecuries, CharleroiTradition pur. So beginnt der Abend mit Saman, einem bekannten Ritual namens „Tanz der tausend Hände“, welcher von niedergeknieten Jungen interpretiert wird, die dabei in die Hände klatschen und mit den Fingern im Rhythmus schnipsen. Aktualisierte Tradition anschließend mit Nosheheorit, einem leidenschaftlichen Stück des jungen Choreographen Otniel Tasmal über Transgender. Inspiriert von dem Lengger, einem traditionellen Tanz, der von als Frauen verkleideten Männern vorgetragen wird, analysiert er dabei die Fragen zur sexuellen Identität und der Fusion des Männlichen und Weiblichen im menschlichen Körper.































