Wieso, weshalb, warum?
In nur einer Woche stellen junge Schüler Thionville auf den Kopf und laden jeden Wissbegierigen, Theaterliebhaber und Neugierigen dazu ein, sich mithilfe der Darstellenden Kunst über die Welt wie sie war, wie sie ist und wie sie morgen sein könnte, zu unterhalten. Spannend!
Wo oder wer ist meine Heimat und wo ist mein Zuhause?? Was ist Heimat? Was bedeutet „zuhause“? Ist der Ort an dem ich lebe, in mein Herz getreten und bin ich ein Teil davon? Würde er morgen verschwinden, käme in mir ein Gefühl des Verlusts auf? Sollte ich erst weggehen, um zu erkennen, wohin ich gehöre? Dies alles sind essentielle Fragen, die sich jeder von uns schon (mindestens) einmal gestellt hat. Die Sportfreunde Stiller sangen mit Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“; ein Lied, welches gut das Leitmotiv des Festivals aufnimmt (und Ohrwurmqualitäten hat… was für ein Evergreen!)
Bereits zum vierten Mal in Folge organisiert das Nest Théâtre ein Theaterfestival mit und für Schüler. Die Bühne gehört ihnen, ihren Gedanken, ihren Ausbrüchen und Lachern. Sieben Stücke (darunter zahlreiche Kreationen) bieten die Möglichkeit, gemeinsam auf die Welt zu blicken und sich Luft zu machen. In Ateliers, Begegnungen, auf und vor der Bühne werden Ereignisse und unser Leben auseinandergenommen. Hoch brisant sind die Themen (pardon, Molière): Von einschlagenden Tagen wie dem 11. September und ihren Terroristen (A house in Asia), zum ersten freien Radio Frankreichs (Longueur d’Ondes) über Zukunftsfragen (Sans Murs et 100 fenêtres) und das Leben von Steve Tesich (Price). Desweiteren geht es um den Aufstieg extremer Parteien, den Einfluss sozialer Netzwerke – das Leben und die Welt wie sie sind.
Junge Menschen hinterfragen das Heute, versuchen aus der Vergangenheit etwas zu lernen und eine harmonische Zukunft zu schaffen. Hören wir ihnen zu!
La sélection Szenik :
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Les imposteurs
Inszenierung Jean-Boillot, am 14.04 14H30 Théâtre en Bois, 16.04 10H & 14H Lycée Colbert, 17.04 10H & 14H Lycée Charlemagne, 18.04 10H Lycée Hélène Boucher Isabelle Ronayette und Régis Laroche werden in dieser Kreation mit Fragen durchlöchert. Warum sind sie Schauspieler geworden? Wie ist es auf der Bühne zu spielen? Zahlreiche Fragen, die zeigen, dass Schauspieler, wie Jugendliche in Rollen schlüpfen. Identitäten oder Charaktereigenschaften wie Kostüme anprobieren, bis sie auf eines stoßen, das wie angegossen sitzt. Ein interessantes Rollenspiel, welches zugleich eine Geschichte erzählt...
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Jours radieux
Inszenierung CIE Impakt, am 16.04 20H &17.04 14H30 & 18.04 10H Théâtre de Thionville Jean-Marie Piemme scheint immer die passenden Worte zu finden, ja, den Nagel auf den Kopf zu treffen. In diesem Stück geht es um eine Familie: Mutter, Vater, Tochter. Alles macht ihnen Angst. Dieses Gefühl steigert sich bald zu einer Paranoia, doch sie finden niemanden, der genauso empfindet... Bis eines Tages eine Partei auftaucht, die ausspricht, was sie denken (aber niemals laut sagen würden). Sie haben es erraten; es geht um den Aufstieg rechtsextremer Parteien. Ein Thema, das einfach nicht unter den Teppich gekehrt, sondern auf die Bühne gehört, um darüber offen zu sprechen. Denn es geht jeden von uns etwas an. Foto: A. Piemme
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2 ou 3 choses que je sais de vous
Inszenierung Marion Siéfert, am 18.04 11H & 15H Salle Noire Puzzle Marion Siéfert beschäftigt sich in diesem Stück mit den sozialen Netzwerken. Wie viele Freunde haben Sie zum Beispiel auf Facebook? Können Sie von sich sagen, jeden dieser sogenannten Freunde zu kennen, also wirklich? Veröffentlichen Sie gerne Katzenbilder? Die Theatermacherin pickt sich die Profile einer Handvoll Zuschauer heraus und wird diese kommentieren. Was da wohl alles gesagt wird? Nun, dies wird sich direkt im Theatersaal zeigen! Mysteriös... Foto: Matthieu Bareyre































