Weil es unsere Welt ist
Brecht fragte bereits: „Wovon lebt der Mensch?“. Das Festival Schöne Aussicht gibt Theatern und jungen Menschen die Möglichkeit, sich über unsere aktuelle Welt zu unterhalten. Mit Tanz, Theater und Zirkus sprechen sie über Menschlichkeit, Solidarität, Respekt und die Verantwortung des Einzelnen, das Morgen zu gestalten.
Die Medien, die Politiker, die Kassiererin des Supermarkts, die Nachbarn sagen uns jeden Tag, dass die Welt aus den Fugen gerät. Oftmals können sie dann nicht anders und sehen mit Stirnfalten junge Menschen an und sagen ihnen: Ihr habt es in der Hand! Macht es besser als wir! Doch anstatt mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu hinterfragen, wie wir unseren Globus kitten können, geben wir ihnen nur die Scherben in die Hand. Bravo!
Das Festival Schöne Aussicht, vom Jungen Ensemble Stuttgart organisiert, lässt der zukünftigen Generation eine Woche lang Platz auf den Bühnen der Stadttheater und einer Kirche, um sich über Ungerechtigkeit, Flüchtlings-und Wirtschaftskrise, Krieg und das Erwachsenwerden auszulassen. Ohne über Börsenkurven zu spekulieren oder Statistiken aufzuzeigen, besinnen sich die eingeladenen, internationalen Kompanien auf die Menschlichkeit. Was fügt uns zusammen? Was kann jeder Einzelne von uns tun? So wird das Theater zu einer öffentlichen Konferenz, einem Forum für aussergewöhnliche Talente und Menschen, die sich Gedanken machen.
La sélection Szenik :
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R.E.S.P.E.C.T.
Junges Ensemble Stuttgart, am 5.05 um 19H, JES Saal Aretha Franklin sagte es passend: Denke über Respekt nach! Doch wie bekommt man diesen? Und, wie verhält man sich respektvoll? Neun Personen, darunter sechs Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, haben sich über dieses Thema Gedanken gemacht und erzählen in ihrer Kreation mit dramatischen und tänzerischen Mitteln von ihren Erfahrungen. Sie stehen uns gegenüber, werden wütend über aufgebaute Mauern, suchen nach einem Neuanfang und sprechen ehrlich über ihre Gefühle. Hier schon einmal ein Einblick. Foto: Alex Wunsch
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Ich, Moby Dick
Theater im Marienbad Freiburg, am 7.05 um 10H00, Schauspiel Nord Kapitän Ahab ist fast blind vor Wut. Mit zusammengebissenen Zähnen verfolgt er den Wal, welcher ihm ein Bein nahm. Nachts wandelt er auf dem Schiff herum, schliesst sich in seine Kajüte ein, befiehlt der Mannschaft schneller zu machen. In diesem Spektakel geht es um unsere Beziehung zu der Umwelt. Wir wollen höher hinaus, weitergehen, doch ist dies auf Kosten der Natur möglich? Wann wird sie sich gegen uns wenden und uns zur Rechenschaft ziehen, oder ist dies bereits eingetroffen? Foto: Marx Doradzillo
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Zucken
Junges Theater Basel & Maxim Gorki Theater Berlin, am 10.05 um 19H & 11.05 um 20H, JES Saal Die Welt ist unruhig, brodelt, währenddessen wir in unsere Telefone sprechen und uns über unsere Apps unterhalten. Die Werbung drängt zu Individualität, einem Finde-dich-selbst, aber dies ist gar nicht so einfach. In diesem Spektakel kommen Jugendliche zusammen und wandeln nervös auf der Bühne herum. Wie sich zurechtfinden, wo Unterstützung finden, wie reagieren, wenn die scheinbar gleichberechtigte Gesellschaft mit dem Finger auf uns zeigt, weil wir uns nicht anpassen wollen? Können wir denn von einem Morgen träumen, wenn uns das Heute kein Platz für Alternativen lässt? Hier der Trailer! Foto: Junges Theater Basel
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Vu / Gesehen
Compagnie Sacékripa, am 11.05 um 10H & 15H, am 12.05 um 11H & 15H, FITZ Saal Ein Mann möchte gerne eine Tasse Tee trinken. Dazu braucht es heisses Wasser, einen Teebeutel, eine Tasse. Fertig. Was wie eine banale Handlung klingt, wird hier zu einem Stück über einsame Verrücktheit oder eine verrückte Einsamkeit. Mit Zirkus und Objekttheater stellt Etienne Manceau unsere Hyperaktivität in Frage: ständig muss etwas getan, nachgesehen werden. Doch, wie wäre es nur einmal mit einer Tasse Tee und Stille? Sind wir dazu überhaupt noch in der Lage? Foto: Alexis Dor































