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Friede den Seelen

Cécile Backès inszeniert erstmals in französischer Sprache Requiem des zeitgenössischen israelischen Bühnenautors Hanokh Levin: eine Hymne an das Leben und den Tod frei nach Tschechows Novellen. 

Einige Monate vor seinem frühen Tod im Jahr 1999 verfasste Hanokh Levin sein letztes Theaterstück als Abschluss eines Werkes, das sich mit der menschlichen Vergänglichkeit befasst. Requiem ist eine Aufforderung zur Ruhe zu kommen, ein zugleich poetischer und bizarrer Eintritt in den Tod. Drei Kurzgeschichten von Tschechow dienen dieser philosophischen Kreation als Aufhänger. Die aufeinander folgenden Sequenzen offenbaren uns einen Sarghersteller, der um seine Frau trauert, eine Mutter, die beschließt, das tragische Dahinscheiden ihres Kindes nicht zu beweinen, und ein Kutscher, der mit dem Tod seines Sohnes kämpft. Aus dieser Überschneidung von Momentaufnahmen des Lebens und des Todes entsteht eine bizarre Farce über die Zufälle der Existenz. Cécile Backès – Leiterin des Centre Dramatique National Nord Pas de Calais – huldigt in ihrer Inszenierung Levins einzigartigem Kosmos und lässt Raum für fantastische Einschübe. Die dreizehn Rollen im Stück – ob Menschen, Tiere oder übernatürliche Wesen – werden von sieben Schauspielern verkörpert, die einen makabren Karneval zu Ehren des Todes vollführen. Das Requiem, ein Gebet für den Seelenfrieden Verstorberner, gerät bei Hanokh Levin zu einem beruhigenden Gesang angesichts der Vergänglichkeit der menschlichen Existenz. (C.T.)

Foto © Thomas Faverjon


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