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Gwendoline Soublin gewinnt den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2022

szenik Von szenik
1 März 2022
in Kurz & knackig, Magazin
Gwendoline Soublin gewinnt den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2022
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Den 1. Preis des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg gestifteten Jugendtheaterpreises erhält in diesem Jahr: Das Kinderstück Und alles (Tout ça tout ça) von Gwendoline Soublin in der Übersetzung von Corinna Popp, vertreten durch den Verlag Felix Bloch Erben.

Pressemitteilung

In Und alles (Tout ça tout ça) erzählt die französische Autorin und Schauspielerin Gwendoline Soublin in berührenden Szenen die Geschichte der unsichtbaren Hauptfigur Ehsan, die sich Sorgen über den Zustand der Welt macht und von ihrem Ausbruch aus der Untätigkeit. Es ist aber auch eine Geschichte von vier jungen Menschen unterschiedlichster sozialer Milieus und Herkünfte, die versuchen zu begreifen und sich ihrer Verantwortung zu stellen, Probleme zu lösen, statt tatenlos zuzusehen.

Bei ihrer Recherchearbeit am Theater Am Stram Gram in Genf hat Gwendoline Soublin junge Menschen zu verschiedenen Zukunftsszenarien, ihren Ängsten und Hoffnungen befragt. Diese Antworten und ihre eigene Sorge darum, wie wir Lebewesen miteinander umgehen, waren Grundlage für die Entwicklung des Stückes. Gwendoline Soublin trifft mit Und alles mitten ins Herz und legt einen Finger in die offene Wunde, sodass – neben Kindern und Jugendlichen – auch Erwachsene zu verantwortlichem Handeln aufgerufen werden.

Den 2. Preis erhält das Jugendstück Wir zwei von Fayer Koch, vertreten durch den Rowohlt Theater Verlag.

Fayer Koch, der am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert hat, erzählt in seinem Jugendstück Wir Zwei eine berührend-komische Vater-Tochter-Beziehung mit sehr ungewöhnlicher Personnage: einem Tierpräparator, liebender Vater und frisch verliebt; einem einsamen Kind, das einen Waschbären präpariert; einem Kind, das blinkt und nicht gerne alleine ist; einem Softrocksänger mit einem Faible für ausgefallene Dinge und einem Verlust, der schwer wiegt. Eine Geschichte über das Fehlen, Verlieren und Finden von Freundschaft und von den ungewöhnlichsten Wegen dorthin. Mit einer sprachlichen Leichtigkeit und Direktheit erzählt, die einen auf ihre melancholische Art berührt und zurücklässt mit dem im Stück zitierten Satz: Life goes on – nicht immer wie erhofft, aber oft anders als befürchtet.

Den Förderpreis erhält das Kinderstück Wolkenrotz von Vera Schindler, vertreten durch den Verlag Felix Bloch Erben.

Die Autorin, Artistin und Kostümbildnerin Vera Schindler, die Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin studiert hat, lässt in ihrem Kinderstück Wolkenrotz in sehr poetischer Sprache die drei Mädchen Kenny, Bente und Layla zu Wort kommen. Das Stück, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Grips-Theater Berlin, spielt in einem Wolkenkratzer aus Papier. Es sind die Briefe der Stadtverwaltung, Mahnungen, Zahlungsaufforderungen, denen die Bewohner*innen nicht nachkommen konnten, aus denen dieses Haus gebaut ist. Ob es einem Sturm standhält? Vera Schindler fordert in ihrem skurrilen, sprachlich wunderschön verspielten Stück dazu auf, neue Gedanken zu entwickeln, wie die Probleme des Alltags zu bewältigen sind. Mit Empathie, Mut und gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer Brise anarchischem um-die-Ecke-Denkens.

Das Projektstipendium geht an die Autorin Ursula Kohlert, vertreten vom Theaterverlag Hofmann – Paul und an das Theater Eurodistrict BAden ALsace.

Das Theater Eurodistrict BAden ALsace wird gemeinsam mit der Autorin Ursula Kohlert im Rahmen des Projektstipendiums ein Jugendstück mit dem Arbeitstitel HINTERMWALD über den Klimakampf auf dem Land entwickeln und Anfang 2023 zur Premiere bringen. Im Spannungsfeld von ländlicher Idylle und Ökoterrorismus, von Naturliebhaber*innen und Klimakämpfer*innen von Bewahrer*innen und Erneuer*innen will HINTERMWALD zunächst der Frage nachgehen: Wie kämpft man als junger Mensch auf dem Land um das Klima? Darüber hinaus erforscht das Stück die generellen politischen Handlungsspielräume von Menschen. Wie kämpft man für seine politischen Überzeugungen, wenn man nicht Teil einer Bewegung ist, sein kann oder will?

Diese Entscheidung hat eine Jury getroffen, der neben Vertreter*innen der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württembergs die Autorin Agnes Gerstenberg, die Lektorin Maren Zindel vom Rowohlt Theater Verlag und die Städtevertreterin Sybille Hirzel vom Kulturamt Ludwigsburg angehören. Verliehen wird der Preis bei einer Autor*innenlounge im Rahmen des Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals Schöne Aussicht am Jungen Ensemble Stuttgart (JES) am 13. Mai 2022.

Der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg wird alle zwei Jahre vom Arbeitskreis der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württemberg ausgeschrieben. Er ist mit einer Preissumme von insgesamt 15.000 Euro dotiert.

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