{"id":36949,"date":"2021-01-13T15:23:22","date_gmt":"2021-01-13T14:23:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.szenik.eu\/?p=36949\/"},"modified":"2021-01-25T18:18:35","modified_gmt":"2021-01-25T17:18:35","slug":"interview-mit-dem-basler-videokuenstler-max-philipp-schmid-so-ein-kunstkanon-ist-mir-immer-unheimlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.szenik.eu\/de\/interview-mit-dem-basler-videokuenstler-max-philipp-schmid-so-ein-kunstkanon-ist-mir-immer-unheimlich-36949","title":{"rendered":"Interview mit dem Basler Videok\u00fcnstler Max Philipp Schmid: &#8222;So ein Kunstkanon ist mir immer unheimlich.&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h2>2019 gewann der vielfach ausgezeichnete Videok\u00fcnstler <strong>Max Philipp Schmid<\/strong> den Basler Medienkunstpreis. Seine Arbeiten, die sich haupts\u00e4chlich mit sozialen Fragen auseinandersetzen, finden weltweit Anerkennung. Nun hat sich #szenikmag mit dem Medienk\u00fcnstler \u00fcber seine Begeisterung zum Medium Film und den Reiz des digitalen Vergessens unterhalten.<\/h2>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Am 17. Januar wird Ihr Kurzfilm &#8222;Membran&#8220; im Rahmen des Art&#8217;s Birthday im E-Werk Freiburg gezeigt. Worum geht es in dieser Arbeit? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In <strong><em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Membran (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/membran-kurzfilm-ausschnitt\/\" target=\"_blank\">Membran<\/a><\/em><\/strong> geht es um Filterung. Unsere Gesellschaft ist einer gro\u00dfen Informationsflut ausgesetzt. <strong>Wir erhalten auf den verschiedensten Ebenen sehr viele Informationen, die gefiltert werden m\u00fcssen.\u00a0<\/strong><br>Betrachten wir eine Membran von einem biologischen Standpunkt aus: Die Zellhaut entscheidet, was hineinkommt und was hinausgeht. Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, weil die Membran sich nicht einfach schlie\u00dfen kann. Denn eine Zelle, deren Membran nichts hineinl\u00e4sst, stirbt. Das finde ich eine interessante Metapher f\u00fcr unseren Zustand der Informationsverarbeitung.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe zu Beginn ein Setting mit drei Protagonist*innen entworfen und stark an Texten gearbeitet, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzen. Zum Beispiel: \u201eWie positioniere ich mich in der Gesellschaft?\u201c, \u201eMit welchen Fragen werde ich konfrontiert?\u201c, etc. Diese Textbausteine erscheinen in der Arbeit als Textcollage und sind den Figuren zugeordnet.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-1024x577.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36952\" srcset=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-768x433.jpg 768w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-1536x865.jpg 1536w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-750x422.jpg 750w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02-1140x642.jpg 1140w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_02.jpg 1779w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/membran-kurzfilm-ausschnitt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Membran (Kurzfilm), 2019 (opens in a new tab)\">Membran (Kurzfilm), 2019<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Wie werden die Texte in der Regel ausgew\u00e4hlt? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Texte suche ich zusammen. Haupts\u00e4chlich sind es Texte, auf die ich w\u00e4hrend der Recherche sto\u00dfe oder die mich interessieren. Meine Produzentin Stella H\u00e4ndler hat aber bei <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Membran  (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/membran-kurzfilm-ausschnitt\/\" target=\"_blank\"><strong><em>Membran<\/em><\/strong> <\/a>daran mitgearbeitet. So sammeln wir sehr viele Texte und w\u00e4hlen diese zum Schluss aus \u2013 es ist so eine Art Destillierprozess.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:56px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Wie ist Ihre Vorgehensweise? <br>Gibt es eine Grundidee, auf der Sie aufbauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eigentlich keinen Ausgangspunkt. Es gibt auch nicht\u00a0<em>die<\/em>\u00a0Idee. Allerdings gibt es verschiedene Auseinandersetzungen, wie inhaltliche Fragen, die mir im Leben begegnen, die mich besch\u00e4ftigen. Ich bin Teil der Gesellschaft und insofern auch in Anspruch genommen. Zudem gibt es formale und \u00e4sthetische Fragen, die mich interessieren. Diese materialisieren sich irgendwann peu \u00e0 peu (<em>zeigt auf eine Wand<\/em>,\u00a0<em>an der zahlreiche Bilder befestigt sind<\/em>), bis ich an einen Punkt komme, an dem ich zwischen einzelnen Aspekten eine Verbindung sp\u00fcre&#8230; <strong>Wenn ich merke, wie zum Beispiel zwischen einem inhaltlichen und formalen Aspekt eine Br\u00fccke entsteht, dann macht mich das neugierig, denn es sagt zugleich etwas \u00fcber mich als Person aus.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:49px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36954\" srcset=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-750x422.jpg 750w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Paradies-02.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/paradise-extracts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Paradies, 2015 (opens in a new tab)\">Paradies, 2015<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:42px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Gibt es Themen, die Sie besonders interessieren und die immer wieder in Ihren Arbeiten auftauchen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bevorzuge den Begriff der \u201ethematischen Felder\u201c. Meistens sind es Fragen, wie zum Beispiel \u201eWie sieht unsere Gesellschaft aus?\u201c, \u201eWie leben wir?\u201c, \u201eWas haben wir f\u00fcr Befindlichkeiten, f\u00fcr Fragen, f\u00fcr Probleme, f\u00fcr Widerspr\u00fcche?\u201c, die mich besch\u00e4ftigen. Ich wende dabei eher eine soziologische als eine psychologische Vorgehensweise an, da f\u00fcr mich Fragen der Gesellschaftlichkeit und der sozialen Wesen vordergr\u00fcndig sind.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:46px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Wie kamen Sie zur Medienkunst? Gab es daf\u00fcr einen Ausl\u00f6ser? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Begeisterung! Ich war einfach filmbegeistert, obwohl ich kein Filmemacher oder Geschichtenerz\u00e4hler werden wollte. Die filmische Bildwelt hat mich eher gereizt. Aber es war ein torkelnder Einstieg: Ich war zuerst B\u00fchnenbildner am Theater und dann habe ich mir nach und nach viel autodidaktisch angeeignet. Heute machen die Medienk\u00fcnstler eher ein Masterstudium.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:44px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Black_Milk02-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36956\" srcset=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Black_Milk02-Kopie.jpg 768w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Black_Milk02-Kopie-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Black_Milk02-Kopie-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption><a href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/black-milk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Black Milk, 2002 (opens in a new tab)\">Black Milk, 2002<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Kann das Medium Video etwas erz\u00e4hlen, was die B\u00fchne nicht erz\u00e4hlen kann?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube nicht, dass es Dinge gibt, die nur filmisch oder nur theatral erz\u00e4hlt werden k\u00f6nnen. Wenn ich etwas erz\u00e4hlen m\u00f6chte, dann muss ich sehr stark von meinem ausgew\u00e4hlten Medium ausgehen. <strong>Was mich beim Film oder Medialen sehr anzieht ist die Geschichte dahinter.<\/strong> Film ist eine ganz eigene Sprache, die nat\u00fcrlich aus dem Roman und dem Theater kommt und eine Dramaturgie hat. Aber auf dieser Filmsprache kann man aufbauen. Ich finde das sehr interessant, weil Film in einer Art und Weise eine popul\u00e4re Kultur ist. Das hei\u00dft, jeder der sich theoretisch nicht f\u00fcr Film interessiert, versteht trotzdem viel davon, weil er schon sehr viele Filme gesehen hat.\u00a0Das ist eine spezielle Qualit\u00e4t, die mich sehr interessiert, obwohl ich sicherlich keine Arbeiten mache, die wahnsinnig popul\u00e4r sind. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Wie hat sich Medienkunst in den letzten Jahren entwickelt? <br>Ist es schwierig als Medienk\u00fcnstler Fu\u00df zu fassen?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde es heutzutage schwierig in diesen Bereich einzusteigen, denn es gibt von allem schon sehr viel. Es gibt sicherlich zahlreiche Studieng\u00e4nge, aber da sitzen heute viele Student*innen drin. F\u00fcr mich war das dann doch noch anders, denn es gab ein viel kleineres Feld von Leuten, die sich mit Videokunst auseinandergesetzt haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung, wie ich es damals angestellt habe: Ich habe einfach gearbeitet. Ich konnte mir diese Begeisterung erhalten, aber daf\u00fcr brauchte es auch andere Leute, die mir geholfen haben. <strong>Es ist ungemein wichtig sich mit anderen zusammen zu tun und nicht zu versuchen alles alleine zu bew\u00e4ltigen.<\/strong> In der Zusammenarbeit mit anderen Personen entsteht eine Dynamik und die hilft&#8230; und irgendwann sind dann 20, 30 Jahre vorbei und man sieht, dass es geklappt hat.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36958\" srcset=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-750x422.jpg 750w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Das-Gespenst-des-Gl\u00fccks-2011.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/the-ghost-of-happiness-extracts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Das Gespenst des Gl\u00fccks, 2011 (opens in a new tab)\">Das Gespenst des Gl\u00fccks, 2011<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:49px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Videoinstallationen tauchen immer \u00f6fter in Ausstellungen auf. Braucht es aber eine besondere Vermittlungsarbeit, um das Publikum auf Medienkunst vorzubereiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine heikle Frage, weil ich ein gro\u00dfes Vertrauen an die Zuschauer*innen habe. Ich glaube, sie k\u00f6nnen eine Arbeit genauso wie ich verstehen, wenn sie das wollen&#8230; und wenn sie es nicht wollen, dann ist das ihr gutes Recht. <strong>Meine Arbeiten sind Angebote<\/strong> und diese kann man wahrnehmen oder nicht. Man sollte nicht gezwungen sein, sich solche Werke anzusehen. So ein Kunstkanon ist mir immer etwas unheimlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde, Kulturjournalismus oder das Projekt des <strong><em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Art\u2019s Birthday (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/ewerk-freiburg.de\/event\/arts-birthday-2021\/\" target=\"_blank\">Art\u2019s Birthday<\/a><\/em><\/strong> des Freiburger <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"E-Werks (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/ewerk-freiburg.de\" target=\"_blank\">E-Werks<\/a><\/strong> nat\u00fcrlich gut, denn es geht hierbei um den Versuch ein Publikum zu finden und Kunst n\u00e4her zu bringen. Gerade im Kulturjournalismus ist in den letzten Jahren einiges weggebrochen und das ist sehr schade. Da fehlt immer mehr die Auseinandersetzung mit den Werken und bleibt oberfl\u00e4chlich gesprochen bei \u201eHier stellt der\/die ber\u00fchmte K\u00fcnstler*in aus.&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:46px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Wie hat sich Ihre Videokunst entwickelt? <br>Sind Sie mit den Jahren mutiger geworden und haben sich an anderen Bereichen, wie zum Beispiel Sounddesign, versucht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuche mutiger zu werden (<em>lacht<\/em>). Am Ton habe ich aber immer gearbeitet, denn das mache ich sehr gern. Aber nat\u00fcrlich hole ich mir immer kompetente Personen dazu, schlie\u00dflich ist mein Hauptgebiet das Bild und in den anderen Bereichen gibt es einiges, das ich nicht kann. Auch beim Bild arbeite ich immer mit einer Kamerafrau oder einem Kameramann zusammen, denn auch das k\u00f6nnen andere besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe gemerkt, dass es mir schwer f\u00e4llt, eine Arbeit quasi aus dem Fundus zu machen. Also eine Arbeit nach dem Prinzip einer bereits entstandenen Projekts zu kreieren, klappt nicht. Es braucht einfach etwas, dass mich herausfordert und dann kommt auch irgendetwas in Gang. <strong>Wenn die letzte Arbeit zur Konkurrenz eines neuen Werkes wird, dann gibt es irgendwann eine Blockade.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:46px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"694\" height=\"417\" src=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Der-Imitator-2007.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36960\" srcset=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Der-Imitator-2007.jpg 694w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Der-Imitator-2007-300x180.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 694px) 100vw, 694px\" \/><figcaption><a href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/der-imitator\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Der Imitator, 2007 (opens in a new tab)\">Der Imitator, 2007<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><strong>Wie sehr besch\u00e4ftigen Sie sich mit der Frage der technischen Erhaltbarkeit von Medienkunst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Frage besch\u00e4ftigt mich sehr. Allerdings habe ich das Gl\u00fcck, das zum Beispiel <strong><em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Membran (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/membran-kurzfilm-ausschnitt\/\" target=\"_blank\">Membran<\/a><\/em><\/strong> von der Sammlung\u00a0<strong><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"dotmov.bl \u2013 die Sammlung Neue Medien Baselland (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.dotmov.ch\/de\/index.php\" target=\"_blank\">dotmov.bl \u2013 die Sammlung Neue Medien Baselland<\/a>\u00a0<\/strong>gekauft wurde<strong>.\u00a0<\/strong>Das ist ein sehr tolles Projekt, denn <strong>dotmov.bl<\/strong> k\u00fcmmert sich auch um die Archivierung solcher Arbeiten, denn das Archivieren neuer Medien ist sehr komplex und aufwendig. Ein \u00d6lgem\u00e4lde ist weitaus haltbarer als ein digitales Produkt. So bin ich bei jeder Arbeit froh, wenn sie von einer Sammlung \u00fcbernommen wird (<em>lacht<\/em>). <\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits finde ich es gar nicht so schlecht, wenn Dinge auch irgendwann verschwinden. Ich habe nicht das Gef\u00fchl, dass man alle meine Arbeiten in 500 Jahren noch anschauen muss. Es ist auch be\u00e4ngstigend, wenn alles archiviert wird. <strong>Ich finde, das digitale Vergessen gilt auch ein bisschen f\u00fcr die Kunst.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-luminous-vivid-amber-background-color\"><em> <strong>Art&#8217;s Birthday<\/strong> <\/em><br>Ein Projekt des E-Werk Freiburg in Kooperation mit dem SWR.<br><em><strong>Vom 17. Januar bis 31. M\u00e4rz 2021<\/strong> <strong>online verf\u00fcgbar.<\/strong><\/em><br><br><em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Weitere Informationen hier (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.szenik.eu\/de\/arts-birthday-2021-im-e-werk-freiburg-maschinenlaerm-und-metamorphosen-36644\" target=\"_blank\">Weitere Informationen finden Sie hier<\/a>. <\/em><br>&#8211; <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Zum Facebook-Event (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/2958715657738738?acontext=%7B%22action_history%22%3A[%7B%22surface%22%3A%22page%22%2C%22mechanism%22%3A%22page_admin_bar%22%2C%22extra_data%22%3A%22%7B%5C%22page_id%5C%22%3A426666140731229%7D%22%7D%2C%7B%22surface%22%3A%22events_admin_tool%22%2C%22mechanism%22%3A%22recommended_actions%22%2C%22extra_data%22%3A%22[]%22%7D]%2C%22has_source%22%3Atrue%7D\" target=\"_blank\">Zum Facebook-Event<\/a><\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:54px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36962\" srcset=\"https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-750x422.jpg 750w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11-1140x641.jpg 1140w, https:\/\/www.szenik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Membran_11.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/membran-kurzfilm-ausschnitt\/\" target=\"_blank\">Membran (Kurzfilm), 2019<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center\">Max Philipp Schmid<\/h4>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Geboren 1962 in Basel, Schweiz. 1981-82 Studium der Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Basel. 1983-88 SfG (Schule f\u00fcr Gestaltung) Basel. 1988 Diplom Lehramt f\u00fcr Bildende Kunst SfG Basel. Seit 2002 Lehrauftrag \u00abBewegtes Bild\u00bb an der SfG. Gastdozent an den Hochschulen Bern, Z\u00fcrich, Basel. Seit 2009 Gastdozent an der HSLU (Hochschule Luzern, Design &amp; Kunst), Studienbereich Video. Freischaffender Regisseur und Videok\u00fcnstler. (Biografie: <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.swissfilms.ch\" target=\"_blank\">www.swissfilms.ch<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:45px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button aligncenter\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color has-very-dark-gray-color has-background has-luminous-vivid-amber-background-color\" href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zur Website von Max Philipp Schmid<\/a><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das Interview f\u00fchrte J. Lippmann I 12.01.2021 <br>Foto: <em><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Wille &amp; Gl\u00fcck (Der K\u00f6nig), 2004 (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/maxphilippschmid.ch\/wille-macht-der-konig\/\" target=\"_blank\">Wille &amp; Gl\u00fcck (Der K\u00f6nig), 2004<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2019 gewann der vielfach ausgezeichnete Videok\u00fcnstler Max Philipp Schmid den Basler Medienkunstpreis. Seine Arbeiten, die sich haupts\u00e4chlich mit sozialen Fragen auseinandersetzen, finden weltweit Anerkennung. Nun hat sich #szenikmag mit dem Medienk\u00fcnstler \u00fcber seine Begeisterung zum Medium Film und den Reiz des digitalen Vergessens unterhalten. Am 17. 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