Ein Blick in das neue Abonnementprogramm des Kehler Kulturbüros zeigt, wie vielfältig die kommende Saison wird: von Komödien über intensive Kammerspiele und große Schauspielproduktionen bis hin zu Volkstheater, feinen Kammermusikkonzerten und eleganten Opernabenden in Straßburg. Wer mehr über die Inszenierungen und Programme erfahren möchte, ist am Mittwoch, 17. Juni, um 19 Uhr im Kulturhaus zur Saisonvorschau willkommen. Dann geben die Mitarbeiterinnen des Kulturbüros treuen Abonnentinnen und Abonnenten ebenso wie allen neuen Interessierten – ob an Abos oder Einzelkarten – zahlreiche Hintergrundinfos und erste Einblicke in die Saison 2026/2027.
Sechs Theaterabende im Abo C, mit zwei Opern als Abo B
Zum Auftakt ist am Donnerstag, 15. Oktober, erstmals das Theater Lindenhof aus Melchingen zu Gast in Kehl und bringt mit der Komödie „Halbe Hütte“, die auf wahren Begebenheiten beruht, modernes schwäbisches Volkstheater auf die Stadthallenbühne. Am Beispiel einer geerbten Hütte wird mit viel Witz eine aktuelle Geschichte über „land grabbing“ – Landraub – im Kleinen und über einen Kampf gegen die Macht des Geldes, Besitzanspruch, Gesetzgebung und Behördenapparat erzählt.
„Blind“, eine Produktion des Alten Schauspielhauses Stuttgart, ist am Dienstag, 10. November, zu Gast in Kehl. Im Mittelpunkt des Schauspiels von Lot Vekemans steht eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung: Richard und Helen, gespielt von Peter Cremer und Lisa Wildmann, haben sich entfremdet und sind blind für die Perspektive des anderen. Aus einem Konflikt um Zuneigung und Anerkennung entwickelt sich ein aktueller Generationenkonflikt um politische Ansichten und moralische Werte. Das Kammerspiel ist ein kraftvolles Plädoyer für mehr Toleranz und zeigt, wie wichtig es ist, einander zuzuhören.
Der beliebte Schauspieler Torsten Münchow steht am Mittwoch, 27. Januar, als Charlie in der Rolle seines Lebens in „Der Wal“ auf der Bühne. Nach einer persönlichen Tragödie ist Charlie auf einer Couch in Idaho gelandet. Er leidet unter monströsem Übergewicht und himmelhohem Blutdruck. Wie Puzzleteile verbindet der Dramatiker Samuel D. Hunter in Szenen von großer Intensität Charlies gegenwärtigen Zustand mit den zerbrochenen Beziehungen zu Personen aus seiner Vergangenheit. Die Inszenierung des EURO-STUDIOS Landgraf wurde für den INTHEGA-Preis 2025 nominiert.
Mit Shakespeares berühmter Komödie „Viel Lärm um Nichts“ geht es am Mittwoch, 17. Februar, komödiantisch mit zwei turbulenten Liebesgeschichten weiter. Während Hero und Claudio durch Intrigen beinahe auseinandergerissen werden, liefern sich Beatrice und Benedikt scharfzüngige Wortgefechte, bis ihre Freunde sie mit kleinen Täuschungen doch noch zueinander führen. Am Ende fliegen alle Masken auf, Missverständnisse werden aufgeklärt und zwei Hochzeiten gefeiert. Produziert wird das Stück vom ENSEMBLE PERSONA in Kooperation mit dem Stadttheater Schaffhausen.
Mit einer Oscarnominierung und vielen Auszeichnungen wurde der Film „Das Lehrerzimmer“ von İlker Çatak geehrt. Das Münchner Theater a.gon bringt diesen Stoff am Dienstag, 23. März, auf die Stadthallenbühne. Die engagierte Lehrerin Carla gerät beim Versuch, eine mysteriöse Diebstahlserie an ihrer Schule aufzuklären, selbst in den Mittelpunkt eines Skandals. Ihr Wunsch nach Gerechtigkeit löst bei allen Beteiligten eine Spirale aus Misstrauen, Machtkämpfen und moralischen Grauzonen aus.
Zum Abschluss der Theater-Reihe steht am Dienstag, 20. April, eine weitere Produktion des Alten Schauspielhauses Stuttgart auf dem Programm: „Die Optimistinnen“, basierend auf Gün Tanks Roman, rückt die Geschichte der Gastarbeiter aus der bislang kaum beachteten Perspektive eingewanderter Frauen in den Mittelpunkt. Erzählt wird die Geschichte der 22‑jährigen Nour aus Istanbul, die gemeinsam mit ihren Freundinnen für die Rechte von Arbeiterinnen kämpft. Regisseur Murat Yeginer gelingt ein energiegeladenes, emotionales Musiktheaterstück.
Alle sechs Theaterabende sind im Abo C enthalten. Wer möchte, kann Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ am 30. April und Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ am 7. Juni in der Rheinoper Straßburg dazu buchen. In diesem Fall wäre das Abo B die richtige Wahl.
Vier Konzerte im Kammermusikabo E
Den Anfang macht am Montag, 19. Oktober, das Duo Smirnova-Kowollik, das von der Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb für die Spielzeit 2026/2027 ausgewählt wurde. Die Violinistin Julia Smirnova und die Pianistin Sonja Kowollik konzertieren mit der Violinsonate Nr. 1 G-Dur, op.78 von Johannes Brahms und Werken von Clara und Robert Schumann, Arvo Pärt, Amy Beach.
Das schwedisch-norwegische Streichquartett Opus13 ist eines der aufregendsten jungen Ensembles Europas und sorgte vor kurzem mit dem Gewinn des ersten Preises und aller drei Sonderpreise beim renommierten Streichquartettwettbewerb in Bordeaux für Furore. In Kehl spielen sie am Mittwoch, 11. November, die Streichquartette D-Dur op. 18/3 von Ludwig van Beethoven und g-Moll op. 27 von Edvard Grieg.
Geradezu euphorisch wurde die CD-Einspielung von Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen der beiden französischen Gitarristen Thibaut Garcia & Antoine Morinière gefeiert. Live ist ihre Interpretation am Freitag, 19. Februar in der Stadthalle zu erleben.
„Cantar del Alma“ (Gesang der Seele) nennt der spanische Saxophonist Carlos Gimenez sein Rezital-Programm, bei dem er von José Alberto del Cerro am Flügel begleitet wird. Die Zuhörenden dürfen sich am Dienstag, 6. April, auf eine sehr persönliche Reise mit Vokalmusik von Wagner, Rachmaninow und aus Spanien freuen – neu gedacht für das Saxophon.
Zwölf Abende im Abo A
Musik- und Theaterenthusiasten, die sich keinen der zwölf Abende entgehen lassen wollen, erhalten mit dem Abonnement A 40 Prozent Ermäßigung auf alle sechs Schauspiele und vier Konzerte sowie 30 Prozent auf die beiden Opern in Straßburg.
Alles sechs Schauspiele werden auf der Bühne im Großen Saal der Stadthalle gezeigt, die Konzerte finden hingegen im Kleinen Saal statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Ausführlichere Beschreibungen aller Stücke und Konzerte enthält das Abomagazin „Theater, Konzerte und mehr“, das an den bekannten Stellen in der Innenstadt ausliegt und unter www.kultur.kehl.deheruntergeladen werden kann.
Bei Fragen ist Vera Geiger montags bis donnerstags zwischen 9 und 14 Uhr persönlich im Kulturbüro oder unter der Telefonnummer 07851 88-2603 behilflich

