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Das Quatuor Zaïde spielt beim Markgräfler Musikherbst innovative und klassische Werke

Photo: Quatuor Zaide

Nicht nur wegen seines hohen Niveaus, auch wegen seiner Besetzung ist das Quatuor Zaïde ein ganz besonderes Streichquartett. Dass sich vier junge Frauen auf dem hart umkämpften internationalen Klassik-Markt durchsetzen können, ist eher selten. Charlotte Maclet (Violine), Leslie Boulin Raulet (Violine), Céline Tison (Viola) und Juliette Salmona (Violoncello) ist aber genau dies gelungen und sie verzaubern seit Gründung des Ensembles im Jahr 2010 das Publikum mit ihrem vielfältigen Repertoire, das von klassischen Quartetten bis hin zu zeitgenössischen Werken reicht.

 

In der 3-Länder-Stadt spielen die vier Französinnen Schuberts „Erlkönig“ in einem Arrangement für Streichquartett von Éric Mouret, Beethovens Streichquartett in B-Dur sowie einen Volkston aus dem Projekt „Beethoven Folk“ und Schuberts Streichquartett-Klassiker „Der Tod und das Mädchen“.

 

Mit „Beethoven Folk“ verfolgen die vier Musikerinnen das Ziel, die Quartette des Komponisten um Ausschnitte traditioneller Rhythmen und Melodien zu ergänzen. So birgt auch das in dem Konzert in der Kirche in Altweil präsentierte Streichquartett in B-Dur von einem Volkslied inspirierte Themen.

 

Die Offenheit des Quartetts für Neues und Außergewöhnliches zeigt sich auch in den Kooperationen der vergangenen Jahre. Das Quatuor Zaïde hat bereits mit Jazz-Musikern wie Michel Portal, Marion Rampal, Sylvain Rifflet und Yaron Herman zusammengearbeitet. Mit der Sydney Dance Company spielten die Musikerinnen in dem Stück „Impermanence“ und Mozarts „Zauberflöte“ haben sie mit der Pantomimengruppe um Wolfgang von Bodecker und Alexander Neander aus der Ecole Marcel Marceau in Szene gesetzt.

 

Ohne den Gewinn renommierter Wettbewerbe lässt sich eine Karriere in der klassischen Musik kaum starten. Das Quatuor Zaïde kann auch in diesem Bereich große Erfolge vorweisen, so haben die vier Streicherinnen in den Jahren 2010-2012 weltweit Preise erspielt, zum Beispiel im kanadischen Banff, in Bordeaux, in den Niederlanden, in Peking und beim ARD-Musikwettbewerb in München. Beim Haydn-Wettbewerb in Wien wurden sie in einem Jahr mit dem Ersten Preis sowie allen drei Sonderpreisen ausgezeichnet.

 

Den Durchbruch auf den großen internationalen Bühnen Europas brachte die Aufnahme in die Rising-Stars-Tour in der Saison 2015/16 mit Konzerten in vielen Ländern Europas. Auch in den Philharmonien in Berlin, Köln und Essen, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Konzerthaus Dortmund, der Tonhalle Düsseldorf und der Laeiszhalle Hamburg ist das Quatuor Zaïde bereits aufgetreten. Touren führten das Ensemble schon nach Nord-, Südamerika (USA, Kanada, Kolumbien und Brasilien) und Asien (China, Hongkong und Korea).

 

Die vier Streicherinnen können auf etliche CD-Produktionen zurückblicken. Das aktuelle Album mit Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ sowie zwei Liedbearbeitungen ist Ende 2025 erschienen. Für die kommenden beiden Jahre ist sukzessive die Veröffentlichung einer Gesamteinspielung aller Streichquartette von Beethoven vorgesehen.

 

Instrumente:

Charlotte Maclet spielt eine Mailänder Geige von 1769 von Carlo Ferdinando Landolfi, die vom Verein „El Pasito“ zur Verfügung gestellt wird. Die Violine von Leslie Boulin Raulet wurde 1715 von Jacques Bocquay gebaut. Céline Tison hat eine über 300 Jahre alte Bratsche von Sebastien Rauch. Juliette Salmona tritt mit einem Cello von Claude-Augustin Miremont aus dem Jahr 1876 auf.

 

Das Konzert wird vom Kulturamt der 3-Länder-Stadt veranstaltet. Eines der Ziele des Amtes ist es, junge Menschen für klassische Musik zu begeistern. Aus diesem Grund ist der Eintritt bei dieser Veranstaltung für Schüler*innen und Studierende gegen Vorlage des entsprechenden Ausweises an der Abendkasse frei. Das Angebot gilt vorbehaltlich freier Plätze.

 

Kulturamtsleiter Peter Spörrer ist begeistert, erneut ein renommiertes Streichquartett zeigen zu können: „Der Künstlerische Leiter des Markgräfler Musikherbst, Guido Heinke, hat wieder einmal ein gutes Händchen bewiesen und ein international bekanntes Top-Ensemble für das Konzert bei uns in Weil am Rhein gewinnen können. Wir halten auch nach wie vor an der Regelung fest, dass wer noch zur Schule geht oder studiert für dieses Konzert keinen Eintritt bezahlen muss. So erhoffen wir uns, den Anteil junger Menschen im Publikum zu steigern.“

 

Der Markgräfler Musikherbst findet in diesem Jahr vom 20. September bis zum 11. Oktober statt. Neben Weil am Rhein werden Konzerte in Bad Bellingen, Staufen, Bad Krozingen, Blansingen, Müllheim und Grenzach-Wyhlen veranstaltet. Mehr Informationen zum Programm des Festivals gibt es unter www.markgraefler-musikherbst.de.

Besetzung:
Charlotte Maclet, Violine
Leslie Boulin Raulet, Violine
Céline Tison, Viola

Juliette Salmona, Violoncello

Programm:

Franz Schubert (1797-1828): „Erlkönig“, Arrangement für Streichquartett von Éric Mouret

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Streichquartett B-Dur op. 18 Nr. 6 + Volkston aus dem Projekt „Beethoven Folk“

Franz Schubert (1797-1828): Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“

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