Der Abschied von GMD Georg Fritzsch prägt die Spielzeit 2026/27 der Badischen Staatskapelle: „Im ersten Jahr meiner Amtszeit in Karlsruhe habe ich ‚Herzensmusik‘ versprochen, so soll es auch im letzten sein: Beethoven, Mendelssohn, Dvoøák, Strauss und Bruckner werden unter meiner Leitung erklingen“, blickt GMD Georg Fritzsch auf das Programm.
Er selbst wird das 1. Sinfoniekonzert (u. a. Richard Strauss‘ Vier letzte Lieder mit der international gefeierten Sopranistin Golda Schultz sowie Dvoøáks Sinfonie „Aus der neuen Welt“), das 3. Sonderkonzert mit einem Beethoven-Fest zum 200. Todestag des Komponisten (mit der 9. Sinfonie unter Beteiligung von Chören aus der Stadt und circa 500 Mitwirkenden) und schließlich das 8. Sinfoniekonzert sowie das 5. Sonderkonzert in St. Bernhard mit seinem „Abschiedsstück“, der 8. Sinfonie von Anton Bruckner, dirigieren.
Darüber hinaus hat Georg Fritzsch einige seiner Vorgänger zur Badischen Staatskapelle eingeladen: So wird Christof Prick (GMD 1977 – 1986) im 2. Sinfoniekonzert u. a. Hector Berlioz‘ Symphonie fantastique dirigieren. KazushiOno (GMD 1996 – 2002) wird das 4. Sinfoniekonzert leiten, mit Gustav Mahlers 5. Sinfonie und Mozarts Violinkonzert KV 218 mit dem jungen Solisten Jacques Forstier. Justin Brown (GMD 2008 – 2020) übernimmt das 1. Sonderkonzert, in dem zum 150. Jahrestag der Uraufführung von Johannes Brahms‘ 1. Sinfonie in Karlsruhe das Originalprogramm von 1876 noch einmal erklingen wird. Kapellmeister Johannes Willig leitet das 5. Sinfoniekonzert mit Franz Liszts Sinfonischer Dichtung Prometheus, dem lange verschollenen und erst 2008 wieder aufgetauchten Klavierkonzert op. 1 von Hermann Levi (dem prägenden Hofkapellmeister in Karlsruhe 1864 – 1872) mit dem Solisten Oliver Triendl sowie der Gaelic Symphony der amerikanischen Komponistin Amy Beach. Yura Yang (Kapellmeisterin 2020 – 2024) kehrt für das 6. Sinfoniekonzert mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Henri Tomasi sowie Robert Schumann nach Karlsruhe zurück. Darüber hinaus begrüßt die Badische Staatskapelle die renommierten Dirigenten John Fiore zum 3. Sinfoniekonzert, mit Peter Tschaikowskis 5. Sinfonie, sowie Jonathan Stockhammer zum 7. Sinfoniekonzert, das sich im Rahmen der Wochen der Nachhaltigkeit dem Thema „Antarktis“ widmen wird – u. a. mit der Sinfonia antartica von Ralph Vaughan Williams und der UraufführungAntarctic Air: Melting Mirror des deutschen Komponisten Daniel Michael Kaiser. Zusätzlich wird es unter dem Titel A Night at the Oscars im 4. Sonderkonzert oscarprämierte Filmmusik zu hören geben – ein Wunschprojekt gleichermaßen vom Publikum wie vom Orchester.
In der Reihe der Extra-Konzerte dürfen der Saisonbeginn Vorhang auf! sowie die traditionellen Weihnachtskonzerte im Großen Haus natürlich nicht fehlen. Das Neujahrskonzert lädt zu einer musikalischen Reise an den Broadway ein. Es wird erneut ein frohgelauntes Faschingskonzert mit närrischer Salonmusik geben, und auch das Galakonzert A Night at the Opera hat sich inzwischen fest etabliert. Mit Vorhang zu! wird die Saison gewohnt schwungvoll abgeschlossen.
Neben den Sinfonie- und Sonderkonzerten bietet die Reihe der Kammerkonzerte Gelegenheit, die Mitglieder der Badischen Staatskapelle in kleinen Besetzungen mit selbstgestalteten Programmen zu erleben. Das Kammerkonzertprogramm der Spielzeit 2026/27 ist wieder von großer Vielfalt: Im 1. Kammerkonzert wird anlässlich ihres bevorstehenden 100. Todestages der badischen Komponistin Luise Adolpha Le Beau gedacht. Zusätzlich erklingen Werke südamerikanischer Komponisten. Auf die „schönste Zeit des Jahres“ stimmt die lang erwartete Wiederholung des stimmungsvollen Erzählkonzerts Wunderliche Weihnacht am 1. Advent sowie Peter Tschaikowskis Musik zu seinem märchenhaften Ballett Dornröschen in einer ganz besonderen Bearbeitung am 4. Advent ein. Die spätromantischen Wiener Komponistinnen Johanna Müller-Hermann, Mathilde Kralik von Meyrswalden und Vilma von Webenau werden im 4. Kammerkonzert vorgestellt. Und im letzten Konzert der Reihe wird noch einmal Ludwig van Beethoven zu seinem 200. Todestag geehrt. In den Kammerkonzerten Extra erklingen darüber hinaus ein Programm mit Komponisten, die auf vielfältige Weise mit Karlsruhe verbunden waren, und die Fortsetzung des in der Spielzeit 2024/25 begonnen Zyklus‘ aller Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch.
Für das junge Publikum gibt es neben den beliebten Kinderkonzerten – u. a. mit Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung und dem Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns – eine Fortsetzung der Reihen „Geteilte Pulte“ in Kooperation mit dem Helmholtz-Gymnasium, und „Kinder im Orchester“ mit einer musikalischen Mitmachgeschichte. Auch die Junge Kapelle Karlsruhe wird diesmal wieder ein Konzertprogramm in großer Besetzung präsentieren. Die Konzerte für die Kleinsten ab 3 Jahren widmen sich thematisch verschiedensten Emotionen von Wut bis Erstaunen. Und mit „Das kleine Konzert“ kommt die Badische Staatskapelle mit altersgerechten Konzertformaten zu Besuch direkt in Kitas oder Klassenzimmer. Neu im Programm ist das Jugendkonzert Sound Check, das Jugendlichen ab 12 Jahren durch neue Ansätze einen besonderen Zugang zur Welt großer Komponist:innen verschafft.
Die von Konzertdramaturg Robert Krampe am Klavier moderierten KlangÖffner im Neuen Entrée, die Jugendlichen und Erwachsenen durch anschaulich vermitteltes Wissen neue Hörerfahrungen ermöglichen, finden ebenfalls eine Fortsetzung. Für Fans der zeitgenössischen Musik wird die beliebte Konzertreihe NachtKlänge mit einem vielseitigen Programm fortgesetzt, und wer es eher „swingig“ und „groovig“ mag, wird in sechs von Thomas Sifflingkuratierten, international besetzten Jazz Nights fündig werden.
Lebendige Tradition – Die Badische Staatskapelle
Im Jahre 1662 als Hofkapelle des damals noch in Durlach residierenden badischen Fürstenhofes gegründet, entwickelte sich die Badische Staatskapelle zu einem Klangkörper mit großer nationaler und internationaler Ausstrahlung. Berühmte Hofkapellmeister wie Franz Danzi, Hermann Levi, Otto Dessoff und Felix Mottl leiteten zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, z. B. von Hector Berlioz, Johannes Brahms und Béla Bartók. Als Gast standen Richard Wagner und Richard Strauss gleich mehrfach am Pult der Hofkapelle. Hermann Levi führte in den 1860er-Jahren die ersten regelmäßigen Abonnementkonzerte des damaligen Hoforchesters ein, die bis heute als Sinfoniekonzerte der Badischen Staatskapelle weiterleben.
Generalmusikdirektoren wie Joseph Keilberth, Christof Prick, Günther Neuhold und Kazushi Ono führten das Orchester trotz Kriegen und Finanznöten in die Neuzeit, ohne die Säulen des Repertoires zu vernachlässigen.
Die Badische Staatskapelle zeigt sich auch heute noch mit einer kompletten Spannweite zwischen Repertoirepflege und Präsentation zukunftsweisender Zeitgenoss:innen.
Justin Brown legte als Generalmusikdirektor von 2008 bis 2020 einen Schwerpunkt auf die Pflege der Werke Wagners, Berlioz’, Verdis und Strauss’ und gestaltete abwechslungsreiche Konzertspielpläne, für die er zusammen mit seinem Team die Auszeichnung „Bestes Konzertprogramm 2012/13“ vom Deutschen Musikverlegerverband erlangte.
Seit 2020 amtiert Georg Fritzsch als Generalmusikdirektor der Badischen Staatskapelle mit einem Schwerpunkt auf den Werken von Richard Strauss und Richard Wagner.
2021 trat die Staatskapelle dem Verein „Orchester des Wandels Deutschland“ bei. Die Geschichte der Staatskapelle ist seit 2023 als Chronik in Buchform erhältlich, zudem erschienen in jüngerer Zeit vier CD-Einspielungen mit Werken von Richard Strauss, Max Reger und Anton Bruckner.
Das Konzertheft für die Spielzeit 2026/27 finden Sie zum Download hier.
Weitere Informationen unter: www.staatstheater-karlsruhe.de

