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Perceval le Gallois

F. Delay & J. Roubaud / C. Schiaretti
21 April bis 23 Mai 2014 | 15 Auff. | Strasbourg | TNS

Auf dass die Suche beginnen möge!

Seit 2011 machen sich Christian Schiaretti und Julie Brochen daran, die zehn Stücke des Graal Théâtre-Zyklus von Florence Delay und Jacques Roubaud zu inszenieren. Die 4. Folge setzt ein ebenso seltenes wie witziges Bühnenunterfangen fort und startet die Suche nach dem Gral im eigentlichen Sinn. 

Der Graal Théâtre-Zyklus war in erster Linie ein literarisches und poetisches Epos, bevor daraus ein Bühnenunterfangen wurde. In 30 Jahren haben der Dichter und Mathematiker Jacques Roubaud und die Schriftstellerin Florence Delay, die seit 2000 Mitglied der Académie française ist, die Artus-Legende für das Theater überarbeitet. Mit dem Ziel, ein richtiges Volkstheaterstück zu schreiben, das auf einem allseits bekannten Stoff aufbaut, haben sie auf Hunderte Texte zurückgegriffen, die im Mittelalter von Schreibern aus ganz Europa verfasst wurden. Eine wahre literarische Odyssee, die den ursprünglichen Geist bewahrt und sich gleichzeitig einige spielerische Freiheiten zugesteht. Auf diese Weise gelingt es den beiden Autoren, ihren eigenen Kosmos – literarische Bezüge und mathematische Fragestellungen – in das zugleich romanhafte und epische Fresko einzuarbeiten, das infolgedessen oulipotische Züge annimmt, d.h. gewissen selbst auferlegten Formzwängen unterliegt, denn immerhin ist Jacques Roubaud Mitglied der OuLiPo, der Werkstatt für potentielle Literatur. 
Die Regisseure Julie Brochen (Leiterin des TNS in Straßburg) und Christian Schiaretti (Leiter des TNP in Villeurbanne) haben sich dieses Rohmaterials mit dem größten Vergnügen angenommen und sich auf ein fast ebenso irrwitziges Unterfangen wie die Autoren eingelassen: zehn Stücke in zehn Jahren, pro Jahr eines und am Ende ein Gesamtwerk. Ihre Inszenierungen sind einfallsreiche Darbietungen voller Fantasie: Ein absenkbarer Bühnenboden und der Zipfel eines Kostüms reichen aus, um die fabelhafte Welt des Heldenepos heraufzubeschwören. Die augenscheinliche Schlichtheit lässt dem Text und einer geradezu kindlichen Spielfreude, wie man sie in letzter Zeit nur noch selten am Theater sieht, allen Raum. 
Wir freuen uns also auf die 4. Folge des Graal Théâtre-Zyklus und die Abenteuer Parzivals. Nach den in erster Linie höfischen Abenteuern Gawans ist dieser unbedarfte und unwissende, im Wald aufgewachsene Jüngling der Erste, der sein Leben dem Gral widmet. Auf dass die Suche beginnen möge!

Foto © Michel Cavalca

Schlagwörter : Graal Théâtre - Julie Brochen
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