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Jan Karski (Mein Name ist Fiktion)

Y. Haenel / A. Nauzyciel
01 bis 11 Juni 2016 | 11 Auff. | Strasbourg | TNS

Aussagen

Arthur Nauzyciel greift das Buch von Yannick Haenel über Jan Karski auf, wichtiger Zeuge des jüdischen Völkermords und stellt Fragen zu Theater, Fiktion und Vermittlung.

Im Jahr 1942, soll der im Londoner Exil lebende Widerstandsanhänger Jan Karski die polnische Regierung über die Situation in Polen informieren. Als seltener Augenzeuge des Lebens im Warschauer Ghetto und im Vernichtungslager Belzec, berichtet er vom Schicksal der Juden und versucht die Alliierten dafür zu sensibilisieren.
Nach Ende des Krieges wandert er nach Amerika aus und gibt seine Erlebnisse in einem Buch preis. 40 Jahre später erzählt er im Film Shoah  von Claude Lanzmann erneut davon.
Arthur Nauzyciel bedient sich in seiner Inszenierung des Buches von Yannick Haenel, Jan Karski, welches in 3 Abschnitte unterteilt ist:
Die Zeugenaussage im Film Shoah, die seines Buches und ein fiktionaler Abschnitt, in dem der Autor sich einen Jan Karski vorstellt, der seine Kraft verliert und nachgibt unter der Last des Schweigens sowie der Erfolgslosigkeit, die Juden zu retten. Dieses Buch hatte zu Beginn für viele Diskussionen gesorgt, besonders aufgrund des letzten Abschnitts, welcher vor allem von Lanzmann und der Historikerin Annette Wievorka für die fehlende historische Wahrhaftigkeit kritisiert wurde.
Die Frage, die das Buch und auch die Inszenierung stellt, ist die der Aussage und ihres Scheiterns.
In der ersten und dritten Partie wendet sich ein einzelner Schauspieler direkt an das Publikum.
Zuerst der Erzähler, gespielt von Nauzyciel selbst, welcher in der dritten Person spricht, danach Laurent Poitrenaux, der die Figur von Karski aus der Sicht von Yannick Haenel verkörpert.
Fast schon eine vierte Folge entsteht durch Nauzyciel Vorstellung, die Fragen zu Aussage und Inszenierung stellt, genau wie es im Buch der Fall ist.
Es geht hier um die Erzählweise und die Darstellung. Nicht die Geschichte der Shoah steht im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit Theater und Fiktion als Instrument der Vermittlung für eine neue Generation zu nutzen, einen Schritt den Claude Lanzmann immer ablehnte. (S.D)

Foto: Frédéric Nauzyciel

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