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Die Möwe

Thomas Ostermeier
23 bis 26 November 2016 | 4 Auff. | Reims | Comédie de Reims

Ohne Hoffnung - Ohne Sinn

Thomas Ostermeier, einer der prägendsten deutschen Filmemacher unserer Zeit, widmet sich einem russischen Klassiker – Die Möwe von Anton Tschechow. Eine Komödie, die zwischen Frustration, Sehnsucht und Sinn des Lebens schwankt.

Man könnte ihn den Französischsten unter den deutschen Regisseuren nennen: Präsident des deutsch-französischen Kulturrats, seine Stücke geschätzt auf französischen, sowie deutschen Bühnen und zahlreich ausgezeichneter Filmemacher, zuletzt erhielt er den goldenen Löwen der Biennale in Venedig. Sein neustes Projekt ist in der Comédie de Reims zu bewundern, ein erachtenswertes Werk des bedeutenden Autors Tschechow. Jedoch auch ein schwieriges Stück: Die erste Aufführung des russischen Meisters 1896 wurde damals verrufen und erst Jahre später wurde es, mit Hilfe eines geschickten Dramaturgen, eines seiner meist geschätzten Kreationen. Die Inszenierung – bei diesem Werk muss sie unfehlbar sein, ist bei Ostermeier wahrlich in erfahrenen Händen aufgehoben.

Treplev, von der Mutter verachteter, junger Autor, träumt von der Anerkennung als radikaler, revolutionierender Künstler. Ausgerechnet in der ländlichen Provinz Russlands präsentiert er den altmodischen Einwohnern und seiner kritischen, ihn schwächenden Mutter seine erste Inszenierung. Blutopfer und archaische Rituale prägen sein Stück und sollen aufwühlen – doch er bleibt unverstanden, suspekt für alle anderen. Vorenthaltende Liebe der Mutter, eine Geliebte, die ihn nicht schätzt, dafür den Freund seiner Mutter und die ihn sogar beim Eintritt der ersehnten Anerkennung nicht lieben kann: Hoffnungslosigkeit, Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit nähren die Vorstellung und dazwischen das Symbol der Möwe; frei, uneingeschränkt, unabhängig von allen Erwartungen und Konventionen. Sie wird im Stück grundlos erschossen.  

Ostermeier hat es geschafft, durch seine unverwechselbare Art der Inszenierung, die Gefühle aller Protagonisten wahr werden zu lassen: Eine Interpretation, die zusätzlich durch das bekräftigende Bühnenbild und der spiegelnden Musik eine einzigartig persönliche und lebendige Note erfährt. (C.S.)

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