Concerts décentralisés

Gabriel Fauré / Philippe Manoury / Tristan Murail / Maurice Ravel
| 20:30 | Bischoffsheim | Espace culturel et sportif
| 20:30 | Soultz-sous-Forets | La Saline
| 20:30 | Reichshoffen | La Castine
| 18:30 | Strasbourg | Cité de la musique et de la danse

Strukturexperimente

Oft sucht der Künstler neue Wege zu beschreiten. Den Beweis dafür liefert ein großartiges Programm (Fauré, Ravel, Murail, Manoury), das den Appell der Moderne wiedergibt. 

Musik ist oftmals eine Sache von Struktur, deren Dehnbarkeit durch Komponisten auf der Suche nach formaler Freiheit auf die Probe gestellt wird. So auch durch Gabriel Fauré in seiner 1879 komponierten Ballade für Klavier und Orchester op. 19, die zunächst für Solo-Klavier gedacht war und schließlich in ihrer konzertanten Fassung Vollendung fand: Das starke Emanzipationsbestreben, fast schon an der Grenze zur Improvisation, wird durch eine solide Struktur wettgemacht. Das Ergebnis offenbart Faurés Genie – erhaben in der Festigung seiner eigenen Kompromisse. 
Ebenso verhält es sich mit Strange Ritual (2010) des zeitgenössischen Komponisten Philippe Manoury, das seinen eigenen Worten zufolge eine Art „Passacaille in sehr freier Form“ ist, deren Hauptmotiv durch zahlreiche fremde Elemente gestört wird. Letztere brechen die Grundstruktur in Richtung eines „anarchischen Gebarens“ auf. Auch das von Tristan Murail 1992 komponierte Werk Serendib befasst sich mit Struktur, indem es Zufallselemente erforscht, die im Moment des Komponierens selbst intervenieren: Letztlich werden alle Gewissheiten auf den Kopf gestellt, um ein Gefühl der Verblüffung hervorzurufen. 
Dieses Gefühl teilten wohl auch viele Zuschauer anlässlich der Premiere am 11. April 1919 von Maurice Ravels Le Tombeau de Couperin (Tombeau bezeichnet ein Trauerstück für verstorbene Kollegen). Der Komponist vollendete dieses ambitionierte Werk während des Ersten Weltkriegs und nutzte dazu seine willkommene Freistellung. Doch die Hommage an Couperin und die französische Musik des 18. Jahrhunderts ist weder rückwärtsgewandt noch trägt sie Züge einer Trauermusik. Sie ist schlicht und einfach eine Würdigung des modernen Charakters, der den Werken vergangener Jahrhunderte bereits innewohnt. (E.A.)

Bild: John Singer Sargents Portrait von Gabriel Fauré,1889 (Musée de la musique Paris)

Bonus

Le Tombeau de Couperin von Maurice Ravel in vollständiger Instrumentierung zum Anhören

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